Du mußt wohl auch Appetit haben: zu trinken wirstDu unterwegeö genug gefunden haben, aber zuessen...."
„ Ich habe gestern Abend noch spat zwei Brodegekauft; aber, offenherzig gestanden, haben sie mirkaum einen Zahn berührt."
„ Laß gut seyn," sagte der Freund: goß Wasserin einen Kochtopf, den er zum Feuer setzte, undfügte hinzu: „Ich gehe und melke; wenn ich mitder Milch zurückkomme, wird das Wasser kochen unddann sollst Du bald eine gute Polenta haben. Machees Dir nur einstweilen so bequem Du kannst."
Als Nenzo allein war, entledigte er sich auch derübrigen Kleidungsstücke, die ihm gleichem fest auf demLeibe klebten; trocknete sich ab und kleidete sich vomKopf bis zu den Füßen um; der Freund kam wieder,sing an, die Polenta zu bereiten und Nenzo ruheteunterdes aus.
„Jetzt fühle ich, wie müde ich bin," sagte er:„aber es war auch ein derber Weg. Was ist dasaber alles! Ich habe Dir den ganzen Tag über zu er-zählen. Wie ist Mailand zugcrichtet! Was mußman nicht alles sehen! Was berührt einen nicht alles!Man möchte sich vor sich selbst ekeln. Es war wahr-haftig nölhig, daß ich vom Regen so durchgewaschenwurde. Wenn Du aber erst hören wirst, was siedort mit mir anfangcn wollten! Du solltest nur dasLazarcth sehen! Uebcr dem Jammer vergeht einem Hö-