Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
314
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„Und ich sage Dir, daß solche Versprechen ganzund gar nichts gelten."

„O Herr! Was sagst Du? Wo warst Du dennwahrend besten? Mit wem gingst Du um? Wie re-dest Du?"

„Ick rede wie ein guter Christ; und ich denke bes-ser von der heiligen Jungfrau als Du, denn ich glau-be, daß sie keine Versprechen annimmt, die anderenMenschen Unglück bringen. Hatte sie es von Dirverlangt; das wäre etwas anderes! Was i'st's aber?Eine bloße Grille von Dir. Weißt Du wohl, wasDu der heiligen Jungfrau versprechen solltest? Dusolltest ihr versprechen, unser erstes Mädchen wie sie,Maria, zu nennen: und ich verspreche ihr das hier-mit. So etwas bringt der Madonna weit mehr Eh-re: solche Gelübde bringen mehr Nutzen, und scha-den keinem Menschen." ,

„Nein, nein, sprich nicht so; Du weißt nickt,was Du jprichst: Du weißt nicht, was cs heißt, einGelübde darbringcn: Du warst niemals in einemsolchen Falle: Du kennst ihn nicht. Laß mich, laßmich, um des Himmelswillen!"

Und sie entfernte sich ungestüm von ihm und gingzu dem Bette.

„Luzia! " sagte er, ohne sich zu bewegen: „sagemir wenigstens, sage mir: wenn dieses Hindernißnicht wäre .... würdest Du noch mein seynwollen?"„Herzloser Mensch!" erwiederte - Luzia, sich von