sicht erstorben, mit schwarzen Flecken überdeckt; dieLippen schwarz und geschwollen: man hatte es dasAntlitz eines Leichnams geglaubt, hätte nichtgewaltsame Zusammenziehung zähe Lebenskraft inihm verrathen. Die Brust hob sich bisweilenmit schweren Athemzügen; die rechte Hand hielt er,über dem Mantel, mit krumm gebogenen, blutun-terlaufenen Fingern, deren Spitzen ebenfalls schwarzwaren, dicht an das Herz gepreßt.
„Du sichst!" sagte der Mönch heimlich mit feier-licher Stimme. Es gicbt Strafe, es giebt Erbar-men! Dasselbe Gefühl, welches Du jetzt für diesenMenschen hast, der Dich allerdings beleidigte, wirdGott dereinst für Dich haben, den Du beleidigtest. Seg-ne ihn und sey gesegnet. Seit vier Tagen liegt erhier, wie Du ihn siehst, ohne ein Zeichen des Lebens.Vielleicht ist der Herr geneigt, ihm eine Stunde derErkenntm'ß zu gewahren; aber er will, daß Du ihndarum bittest; vielleicht will er, daß Du ihn mit je-ner Schuldlosen darum bittest; vielleicht behalt ersich diese Gnade für Dein alleiniges Gebet, für das Ge-bet eines trauervollen, ergebenen Herzens vor. Viel-leicht hangt das Heil dieses Menschen', so wie. dasDeinige, jetzt von Dir ab, von einem vergebendenerbarmenden, liebreichen Gefühl Deines Herzens!"Er schwieg, faltete die Hände, neigte das Antlitz dar-über wie betend hin, und Renzo that desgleichen.
Sie hatten einige Augenblicke in dieser Stellung