Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
299
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konntest, wem Du Böses wünschen konntest, gegenwen Du es ausüben, über wessen Leben Du Dichzum Herrn aufwerfen wolltest." Und er nahmRenzo's Hand, drückte sie fest und jugendlich undging. Renzo folgte ihm, ohne den Muth zu haben,noch etwas zu fragen.

Nach kurzem Wege blieb der Mönch am Ein-gänge einer Hütte stehen; sah Nenzo'n mit einer Mi-schung von Ernst und Zärtlichkeit fest an und zog ihnmit sich hinein.

Der erste Gegenstand, der beim Eintritt in die Au-gen siel, war ein im Hintergründe auf dem Strohesitzender Kranker, der nicht gefährlich krank scbien,sondern eher der Genesung nahe, und als er den Patererblickte, den Kopf wie verneinend hin und her be-wegte: der Pater senkte den seinen mit einer Bewe-gung der Trauer und Ergebung. Renzo ließ unter-deß mit unruhiger Neugier den Blick über die anderenGegenstände hinschweifen, sah drei oder vier Kranke,sah auf der einen Seite, einen auf einem Federbettein ein Bettuch gehüllt liegen, einen Cavaliermamelüber sich als Decke gebreitet: sah ihn scharf an er-kannte Don Rodrigo und prallte zurück: der Mönchdrückte aber seine Hand abermals fest mit der seinen,zog ihn zum Fuße des Lagers streckte die andere Handdarnach aus und wies mit dem Finger auf den auf ihnhingestreckten Menschen. Der Unglückliche lag regungs-los; die Augen weit aufgerissen, blicklos; das Ge-