späht er, sucht er, vorwärts, rückwärts, außen undinnen, hier und dort im Gedränge, bis er mit der-selben Freude jene Gestalt, jenen Mönch selbst wiedererblickt; er war ihm unfern, ging eben von einemgroßen Topfe hinweg, einen Teller'in der Hand, einerHütte zu. Im Eingänge setzte er sich nieder, mach-te ein Kreuz über den Teller, den er vor sich hielt,sah sich wie Jemand um, der immerdar wach ist,sing an zu essen. Es war Pater Ehristoforus selbst.
Seine Geschichte von dem Augenblicke, wo erunfern Gesichtskreis verließ, bis zu dieser Begegnung,läßt sich mit zwei Worten erzählen. Er hatteRimini niemals verlassen, hatte nicht daran gedacht,es zu verlassen, wäre nicht die Pest in Mailand aus-gebrochen und hätte ihm die Gelegenheit gewährt, dieer so lange schon ersehnte, sein Leben für Andere hin-zugeben. Mit großem Eifer bat er, dahin gesandtzu werden, den Pestkranken Hülfe zu leisten und zudienen. Der gräfliche Oheim war tobt, überdies be-durfte die Zeit auch der Krankenwärter mehr als derPolitiker, und des Paters Verlangen ward also ohnealle Schwierigkeiten gewillsahret. Er kam bald nachMailand, kam in das Lazareth Und war daselbst seitetwa drei Monaten.
Der Trost, den Renzo über das Wiederfinden sei-nes guten Paters empfand, wat nicht lange unge-trübt: zugleich mit der Gewißheit, daß er es wirk-lich sey, empfing er den schmerzlichsten Eindruck der