chelnder Miene da, als ob er dem freudigsten Schau-spiele beiwohne. Aber die seltsamste, geräuschvollsteArt solcher fürchterlichen Fröhlichkeit war ein lautes,anhaltendes Singen, das aus dieser elenden Mengezu dringen schien und alle einzelnen Stimmen über-täubte: ein Volksgesang von heilerer, scherzenderLiebe. Folgte der Vlick dem Klange, den zu entde-cken, der zu solcher Zeit, an solchem Orte so lustigseyn könne, so sah man ein armseliges Geschöpf, dasam hintersten Tbeile des an der Lazarethmauer sichhinwindendcn Grabens in guter Ruhe saß und mithoch aufgerichtetem Antlitz sang, was es singen konnte.
Ncnzo hatte nur erst wenige Schritte längs derMittagsseite des Gebäudes gethan, als in dem Hau-fen ein außerordentliches Geräusch entstand und einfernes Geschrei: „Vorgesehn! Haltet auf!" Er er-hebt sich auf die Fußspitzen, sieht vor sich hin, erblickteine von einem schmutzigen Reiter angespornte, imKarriere durchgehende Schindmähre: es war einWahnsinniger, der das Thier unbewacht und abge-schirrt neben einem Karren hatte stehen sehen, schnellaufgestiegen war, es in wüthenden Lauf setzte, in-dem er mit beiden Fäusten auf den Hals losschlugund cs mit den Fersen hieb und drückte; Monaltirannten brüllend hinterdrein, alles ward in eine auf-geregte Staubwolke gehüllt. So gelangte denn derjunge Mann, schon müde des Weh's, von ihmbetäubt, au das Thor des Ortes, in dem viel-