Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
Seite
260
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wer keinen trug, dem war er gewachsen; das Haupt-haar hing allen wirr und lang herab: nicht nur ausder von langer, eingewohnter Muthlosigkeit erzeug-ten Nachlässigkeit, sondern weil man den Barbierennicht mehr traute, deren einer Giangacomo Mora alsberüchtigter Verpester war eingezogen und verurtheiltworden, auf dessen Namen selbst noch lange Zeit nach-her ein gewisser schaudervoller Ruf ruhcte, und derdoch weit beständigeres, reichlicheres Mitleid verdien-te. Die Meisten trugen in der einen Hand einenStock, oder auch ein Pistol, zur Warnung undDrohung für Jeden, der sich ihnen in schlimmer Ab-sicht hatte nähern wollen; in der andern wohlriechen-de Räucherkerzchen, oder gehöhlte Metall- oder Holz-kugeln, mit in heilkräftige Essige getauchtem Schwammausgestopst, die sie von Zeit zu Zeit zur Rase führ-ten oder immerdar daran hielten. Einige trugen auchein Fläschchen mit Quecksilber am Halse, dem mandie Kraft zuschrieb, jeden Pesthauch in sich zu ziehenund zurückzuhalten, und trugen Sorge, es von Zeitzu Zeit frisch zu füllen.

Die Edelleute liefen nicht allein ohne ihr gewohn-tes Gefolge umher, sondern man sah sie auch oft, miteinem Korbe am Arme, ihren täglichen Hausbedarfselbst herzuholen. Begegneten sich einmal zwei le-bende Freunde auf den Straßen, so grüßten sie sicheilfertig und stumm aus der Ferne. Ein Jederhatte auf seinem Wege hinlänglich zu thun, jede un-