sel Kranker, dem Ecbrülle Wahnsinniger und denFlüchen der Monatt! unterbrochen. Frühmorgens,Mittags und Abends gab eine Glocke des Domes dasZeichen zu gewissen, von dem Erzbischoffe vorgeschrie-benen Gebeten: die Glocken der anderen Kirchen wie-derholten das Zeichen und nun trat alles an die Fen-ster und betete in Gemeinschaft, vernahm man einleises Stimmen-und Seufzergerausch, das doch nichtganz trostlose Traurigkeit athmete.
Es waren etwa zwei Drittel der Einwohner ge-storben, ein guter Theil des übrigen ausgewandertoder krank, der Zufluß von Außen fast auf nichts zu-rückgeführt und unter den wenigen, zufällig Herumwan-dernden begegnete man wohl in weitem Umkreise keinemeinzigen, an dem nicht irgend etwas Seltsames oderAuffallendes, eine furchtbare Umwandlung der Din-ge bezeugt halte. Die ausgezeichnetesten Männergingen ohne Mantel und Kapuze, damals höchst nö-thige Bestandtheile der Civilkleidung einher; die Prie-ster ohne Chvrrock, die Mönche ohne Kutten; kurzman vermied ängstlich, irgend etwas an sich zu tra-gen, was, vom Winde geführt, einen äußeren Gegen-stand berühren, oder, was noch weit ärger gefürchtetwurde, den Verpesiern Gelegenheit geben konnte,Unheil zu stiften. So sehr Jedermann Sorge trug,so geschnürt und gegürtet wie möglich zu gehen, sosorglos und nachlässig war sein Anzug überhaupt be-handelt; wer einen Bart trug, dem war er überlang;
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