243
Freund tröstete ihn mit frohen Hoffnungen, steckteihm ein wenig Mundvorrath für diesen Tag zu, be-gleitete ihn eine Strecke Weges und verließ ihn end-lich unter abermaligen Heil - und Segenswün-schen. Renzo schlug die Heerstraße ein, um an diesemTage Mailand so nahe wie möglich zu kommen, mor-gen bei guter Zeit anzulangcn und seine Nachforsch-ungen baldigst zu beginnen. Die Reise war ohne Un-fälle und er sah nichts, was etwaseine Aufmerksamkeithatte fesseln können, außer das alte Elend, die alteDrangsal. Wie am vorigen Tage verweilte er auchan diesem, als es Zeit war, in einem Gehölze, Stär-kung zu sich zu nehmen und ein wenig Arhem zuschöpfen. Als er durch Monza und vor einem offenenLaden vorüberkam, in dem Brode aufgestellt waren,blieb er stehen utid forderte einige, um auf jedenFall nicht ganz entblößt zu seyn. Der Bäcker bedeu-tete ihm, nicht einzutreten, langte ihm auf einerkleinen Schaufel ein flaches Näpfchen voll Wasser' undEssig hinaus, mit der Weisung, das Geld für dieBrode hineinfallen zü"lassen, waS geschah und woraufer ihm mit einer eisernen Zange ein Brod nach demandern reichte, die Renzo in die Tasche steckte.
Mit Anbruch des Abends erreichte er Ereco, ohnejedoch dessen Namen zu kennen; da er aber nach denihm von der ersten Reise verbliebenen Erinnerungenund der Berechnung des damaligen Weges'folgerte,daß die Stadt nicht fern sepn könne, verließ -er-die
Q 2