weise leben blieb? Ihr so nahe zu seyn, doch nichtsvon ihr erfahren zu können? Der Himmel weiß, inwelcher Ungewißheit, ausdauern zu müssen! Undwenn nun auch dies vorüber war, wenn alle Gefahraufgehört hatte, wenn er wußte, daß Luzia noch lebe;so blieb doch immer noch der Hauptknoten, das ab-scheuliche Gelübde. „Ich will hin, will alles auf ein-mal erfahren und ausmachen," sagte er zu sich,sagte es, bevor er noch im Stande war, sich auf denBeinen zu erhalten. „Wenn sie nur lebt! Ach, wennsie nur noch lebt! Wenn ich sie nur finde! — Ichwill sie schon finden! Werde doch nun einmal aus ih-rem eignen Munde hören, was cs eigentlich für eineGeschichte mildem Gelübde ist, werde ihr begreiflichmachen, daß es nichts damit ist, werde sie mit mirführen, sie und die arme Agnes, wenn sie noch lebt,die mir doch immer so gut war und es sicherlich nochist. Der Verhaftbefehl? was da! jetzt hat, wer nochlebt, an andere Dinge zu denken. Es läuft ja hiergenug Volk umher, das vogelfrei und flüchtig ist,.... Sollten sie denn nur wirkliche Galgenstricke un-gestraft laufen lassen? Und in Mailand, heißt es,soll es ja noch weit bunter über Ecke gehen. Laße icheine so gute Gelegenheit ungenutzt vorüber — (diePest — eine gute Gelegenheit! So weit kann unszuweilen die Sucht, alles aufunser werthes Jch zu be-ziehen , ihm alles unterzuordnen, in unserer Art zureden irre führen!) .... so kommt sie nicht wieder!"
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