Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
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Herr Pfarrer!" rief sie aus: „ wenn ich bedenke, wiemeine arme Luzie dieser Straße zog_!"

„Wollt Ihr wohl schwelgen, Ihr unverständigeFrau!" schrie ihr Don Abbondio ins Ohr; „sinddas Dinge, von denen man hier reden mag? WißtIhr nickt, daß wir uns in seinem Hause befinden ?Ein Glück, daß Euch jetzt Niemand gehört hat; wolltIhr aber auf diese Weise...."

„Ach!" sagte Agnes: „Jetzt, wo er ein Hei-liger ist-!"

„ Schweigt, " rief Don Abbondio ihr abermalsin das Ohr: „glaubt Ihr, daß man mit den Heili-gen so mir nichts dir nichts reden könne, wie es einemum das Herz ist? Denkt lieber nach, wie Ihr ihmfür das Gute danken wollt, das er Euch erzeigte." >

„Ach, was das anlangt, daran habe ich schongedacht; meint Ihr denn, daß ich nicht auch ein we-nig zu leben wisse?"

„Man weiß zu leben, wenn man nichts sagt,was mißfallen kann, besonders solchen Leuten, dienicht gewohnt sind, etwas der Art zu hören. Undmerkt Euch wohl, alle Beide, daß dies hier nicht derOrt ist, alles zu beschwatzen und alles heraus zu sa-gen, was Euch etwa durch den Kopf fährt. Esist das Haus eines großen Herrn, das wißt Ihrschon; seht nur, was überall für Dienerschaft läuft,Leute jeder Art und jeden Schlages: seyd also ver-nünftig, wenn Ihr könnt: wagt Eure Worte ab,