öffnete das Lazareth, gab zwar allen gesunden Armendie ErlaUbniß zu bleiben; sie stürzten aber alle mitlobender Freude von dannen. Die Stadt hallte aber-mals von den sonstigen Wehklagen, nur schwächerund unterbrochener, wieder; denn die Menge war ver-ringert und elender. Die Kranken brachte man nachSanta Maria della Stella, dem damaligen Armen-hospitalo, wo sie meistentheils starben.
Unterdes begannen aber die gesegneten Gefildebleich zu werden. Die Bettler vom Lande verließendie Sradt und gingen, jeder nach seiner Heimath,der so ersehncten Erndte entgegen, und der gute Fried-rich erzeigte ihnen auch noch beim Abschiede mit sei-nen letzten Kräften eine Wohlihat: jeder Landmann,der sich nach dem erzbischöflichen Pallaste begab, er-hielt einen Giulio und eine Sense zum Erndten.
Mit der Erndte Härte endlich die Theuerung auf;die epidemische Sterblichkeit nahm vön Tage zu Tageab; zog sich aber dennoch bis zum Spatherbste hin.Sie war ihrem Ende nahe, als eine neue Geißel er-schien.
Diese Zwischenzeit war an vielen, wichtigen ge-schichtlichen Begebenheiten reich gewesen. Nachdemder Cardinal Richelieu, wie wir bereits meldeten, LaRochelle genommen und auch mit England obenhinund, so gut es anging, Frieden geschloffen hatte, warer mit seinem Vorschläge und mächtigem Willen, demHerzoge von Nevers nachdrücklich zu Helsen, im Staats-