anhaltende Regengüsse, darauf anhaltendere Trocken-heit, vor ihr drückende Hitze. Zu den Uebeln fügeman das Gefühl der Nebel» Ueberdcuß, Wuth überdie Gefangenfchaft, Verlangen nach ehemaligen Be-schäftigungen, Schmerz über verlorene Geliebte, Un-ruhe über geliebte Abwesende, gegenseitig erregte Be-schwerden und gegenseitiger Abscheu, so viele andereniederdrückende oder empörende, mitgebrachte oderda drinnen entstandene Leidenschaften; Furcht endlichvor dem Tode, unaufhörlicher Anblick des durch soviele Ursachen häufigen Todes, der eben dadurch sichselbst die kräftigste Ursache war. Und man wird nichtstaunen, daß die Sterblichkeit in diesem Orte so sehrherrschte und überhand nahm, daß sie pestahnlich undbei vielen die eigentliche Pest selbst heißen konnte:sey es nun, das der Zusammenfluß, das Anwachsenaller dieser Ursachen nur die Wirksamkeit einer blosepidemischen Influenz steigerte: sey es (was schon, beiweniger bedeutender und dauernder Hungersnoth alsdiese, Statt gefunden zu haben scheint), daß wirklicheSeuche da war, die in den, von Ungemach, Ver-derbtheit der Lebensmittel, ungleicher Witterung,Schmutz, Erniedrigungen und Strapazen angegriffe-nen und vorbereiteten Körpern gerade die Eigenschaf-ten, den Zustand, kurz alle nothwcndigen Beding-ungen findet, zu entstehen, sich zu erhalten und anzu-wachsen (wenn es nämlich einem Laien gestattet ist, diesevon vielen Physikern ausgestellte, neuerdings von ei-
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