Die Kleine war rin Blumcnband zwischen Mutter und Tochter, durchwelches Bekanntschaft und Zuneigung wuchsen Elisens innigeFrömmigkeit, gcordnetdnrch das beständige Lese» der heiligen Schrift,machte sie zu einer geeigneten Führerin für das zerrissene Gcmüthihrer Mutter. Caffy gab schnell und von ganzer Seele jedem gutenEinflüsse nach und wurde eine aufrichtige und innige Christin.
Nach ein oder zwei Tagen erzählte Madame de Thour ihremBruder Ausführliches über ihre eignen Angelegenheiten. Der Todihres Mannes hatte ihr ein reichliches Vermöge» hinterlafsen, dessenThcilung sie der Familie großmütbig anbot Als sie Georg fragte,auf welche Weise sie cs am besten für ihn verwenden könnte, antwor-tet er :,,Verlcih'mir Bildung, Emilie; das war immer das Verlangenmeines Herzens, dann kann ich alles klebrige thun."
Nach reiflicher Ueberlegung wurde beschlossen, daß die ganzeFamilie einigeJahre nach Frankreich gehen sollte, wohin sie bald ab-segeltc, Emmelinc mit sich nehmend.
Die Schönheit der Letzter« gewann die Zuneigung des Obcr-steuermanncs ans dem Schiffe, und bald nachdem sie in den Hafeneingelaufen waren, wurde sie seine Frau.
Georg blieb vier Jahre auf einer französischen Universität undmit unermüdlichem Eifer arbeitend erlangte er eine vollkommeneBildung.
Politische Unruhen in Frankreich bewogen die Familie endlich,wieder ein Ashl in Amerika zu suchen.
Georg's Gefühle und Ansichten als die eines gebildeten Mannesmögen am besten durch einen Brief an einen seiner Freunde g.sselil,dcrl werden:
„Ich fühle einige Zweifel in Beziehung auf mein künftiges Be-nehmen. Wohl könnte ich mich , wie Sie mir sagten, in die Kreiseder Weißen des Landes mischen, da meine Farbe so hell und diemeiner Frau und Familie kaum bemerkbar ist. Nun gut, vielleichtwürde ick dies als geduldet thun; aber Ihnen die Wahrheit zu sagen,wünsche ich es nicht.
„Meine Sympathien gehören nicht dem Stamme meines Va-ters, sondern dem meiner Mutter. Für ihn war ich nichts weiter,als ein schöner Hund oder Pferd; für meine arme hcrzgcbrochneMutter war ich ein Kind, und obgleich ich sie nie wieder sah, nach-