Druckschrift 
4 (1852)
Entstehung
Seite
116
Einzelbild herunterladen
 

116

Nein. Der Vater kaufte sie einmal auf einer Reise nach Neu-Orleans und brachte sie meiner Mutter als Geschenk mit. Sic wardamals acht oder neun Jahre alt. Vaier wollte Mutter niemals sa-gen, was er für sie gab, aber neulich, als wir seine alten Papieredurchsahen, fanden wir den Vcrkauwschein. Er bezahlte eine unge-heuer große Summe für sie wahrscheinlich Wege» ihrer seltenenSchönheit."

Georg saß mit dem Rücken gegen Cassy zugewendct und be-merkte nicht de» gedankenvollen Ausdruck ihres Gesichts, als er dieseUmstande erwähnte.

Bei diesem Punkt der Geschichte berührte sie setnen Arm undfragte mit bleichem Gesicht:Kennen Sie den Namen dessen, von

dem er sie kaufte?"

Ein Man» Namens Simmons, glaube ich, war die Haupt-person, wenigstens glaube ich, daß der Name in dem Verkaufsscheinstand."

,,O mein Gott!" sagte Eassy und fiel bewußtlos auf den Bo-den ihrer Cajüte.

Georg war sehr überrascht und eben so Madame de Thour Ob-gleich keiner von Beiden erricth, was die Ursache von Caffy's Ohn-macht sei, trafen sie doch die in einem solchen Falle nöthigen Anstal-ten. Georg warf in der Hitze seiner Menschenfreundlichkeit einWaschbecken um und zerschlug zwei Gläser, und mehrere Damen inder Cajüte, welche hörten, daß Jemand ohnmächtig geworden sei,drängten sich in das Gemach und hielten die Lust so sehr ab, wiees möglich war; kurz, es geschah, was man nur irgend erwartenkonnte.

Die arme Cassy! Als; sie zu sich kam, wendete sie das Ge.sicht gegen die Wand und weinte und schluchzte wie cm Kind.Vielleicht, Mutter, kannstDu uns sagen, an was sie dachte, vielleichtauch nicht; aber gewiß iss, daß sic in dieser Stunde erkannte, Gotthabe sich ihrer erbarmt und sie solle ihre Tochter Wiedersehen wiedies Monate hinterher geschah als doch wir eilen der Geschichtevoran.