Druckschrift 
4 (1852)
Entstehung
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Emmeline wendete sich ab, und verbarg das Gesicht in dieHände.

Während dies Gespräch in dem oberen Stockwerke staltfand,war Legree, erschöpft durch die Ausgelassenheit, sin dem untern inSchlaf gefallen. Lcgree war nicht für gewöhnlich ein Trunkenbold.Seine rauhe, kräftige Natur forderte und ertrug eine fortwährendeAufreizung, die einen Schwächeren bald aufgerieben haben würde.Aber Borsicht hielt ihn ab, sich oft seiner Neigung so weit hinzugebe»,baß er die Beherrschung seiner selbst verlor.

Diese Nacht aber hatten seine fieberhaften Anstrengungen, diefurchtbare» Ansprüche der Reue abzuwchrcn, gemacht, daß er nach-sichiiger gegen sich war, wie gewöhnlich, so daß er umsank, sobalder seine schwarzen Genossen entlassen hatte, und bald in tiefemSchlafe lag.

Wie kann die schlechte Seele cs wagen, die dunkle Welt derTräume zu betrete»? Das Land, dessen unbestimmte Gränzen sofurchtbar nahe bei dem geheimnißvollen Schauplatze der Vergeltungliegen! Legree träumte. In seinem schweren, fieberhaften Schlafestand eine verschleierte Gestalt an seiner Seite, und legte eine kalte,wcicheHand auf ihn. Er dachte, er wüßte, wer es sei und schauderte,während Entsetzen ihn übcrschlich, obgleich das Gesicht verschleiertwar. Dann glaubte er, zu fühlen, wie das Haar sich um seineFinger schlang, und wie es sich dann um seinen Hals legte, und sichzuzog, immer fester und fester, bis er nicht mehr zu athmen vermochte.Und dann glaubte er, Stimmen zu vernehmen, die ihm zuflüstertcn; ein Geflüster, das ihn mit Entsetzen erfüllte. Dann kam cs ihmvor, als stehe er an dem Rande eines furchtbaren Abgrundes, in To-desfurcht kämpfend, während dunkle Hände sich auöstrcckten, ihn kin-abzustoßen; und Cafsy trat lachend hinter ihn, und stieß ihn. Unddann erhob sich die feierliche, verschleierte Gestalt, und zog denSchleier zur Seite. Es war seine Mutter, und sie wendete sich abvon ihm, und er stürzte hinab, hinab, hinab, unter verworrenemGeschrei, und Gestöhne und teuflischem Gelächter und Legreeerwachte.

Still drang der rosige Schein der Morgenröthe in das Gemach.Der Morgenstern stand mit seinem feierlichen, heiligen Lichtauge amHimmel, und blickte nieder auf den Mann der Sünde.