Druckschrift 
4 (1852)
Entstehung
Seite
45
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und sagte mir, wenn wir nur einander treu wären, so wäre das eineEhe vor Gott. Wenn das wahr ist, wer ich dann nicht dieses MannesFrau? War ich nickt treu? Sieben Jahre lang erforschte ich jedenBlick und jede Bewegung, lebte und attunetc ick nur, um ihm zu ge-fallen. Er bekam das gelbe Fieber, und zwansig Tage und Nächtewachte ich bei ihm ich allein; ich gab ihm jede Arznei und thatAlles für ihn, und er nannte mich seinen guten Engel und sagte, ichhätte sein Leben gerettet. Wir hatten zwei reizende Kinder. Daserste war ein Knabe und wir nannten cs Henry; er war das Bildseines Vaters er hatte so schöne Augen, eine solche Stirne undsein Haar umhing sie in Locken; und er hatte seines Vaters Geistund auch dessen Talente. Die kleine Gtise, sagte er, gliche mir. Ersagte mir, ich sei Las reizendste Weib in Louisiana, und er wäre sostolz auf mich und die Kinder. Cr liebte es, wenn ich sic schön an-kleidetc und mit ihnen in einem offenen Wagen ausfubr und er dieBemerkungen hörte, die die Leute über uns machten, und beständigfüllte er meine Ohren mit den Lvbsprüchen, die mir und den Kinderngezollt wurden. Ach, das waren glückliche Tage! Ich glaubte michso glücklich, wie man nur sein könnte; aber dann kamen böse Zeiten.Es war ein Vetter von ihm nach Ncu-OrleanS gekommen, der warsein besonderer Freund, und er hielt große Stücke auf ihn; doch gleichvon dem ersten Tage, als ich ihn sah, fürchtete ich ihn, ohne daß ichsagen konnte, weshalb; ich fühlte mich überzeugt, daß mir durch ihmUnglück kommen müßte. Er nahm Henry mit sich aus, und oft kamer nickt vor zwei oder drei Uhr in der Nacht nach Haus. Ich wagtees nicht, darüber ein Wort zu sagen, denn Henry war so jähzornig,daß ich ihn fürchtete. Er führte ihn in die Spielhäuser, und alser dies einmal gethan hatte, war er gar nicht mehr zurückzuhalten.Darauf führte er ihn bei einer Lady ein, und bald sah ich, daß ichsein Herz verloren hatte. Er sagte mir es nie, doch ich sah csTag für Tag. Ich fühlte mein Herz brechen, aber ich konnte keimWort sagen. Da machte der Elende ihm den Vorschlag, mich und?Hcnry's Kinder zu kaufen, um seine Spielschulden zu decken, welchvihm im Wege standen, sich so z» verheirathen, wie er wünschte, rmd er verkaufte uns. Er sagte mir eines Tages, daß er außer-halb Geschäfte hätte, und zwei oder drei Wochen abwesend bleibenwürde. Er sprach freundlicher, wie gewöhnlich, und sagte, daß er zu-Sclaverel >c. IV, 4