Druckschrift 
3 (1852)
Entstehung
Seite
132
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tende Körper darauf gelegt. St. Cläre war aus Scluuerz und Blut-verlust ohnmächtig geworden, aber als Miß Ophelia Stärkungsmittelanwendete, kehrte er zum Bewußtsein zurück, öffnete die Augen, blicktestarr umher und ließ sie endlich auf dem Bilde seiner Mutter haften.

Der Arzt kam jetzt und untersuchte die Wunde. Der Ausdruckseines Gesichtes zeigte deutlich, daß keine Hoffnung sei; allein er ver-band die Wunde, und er, Miß Ophelia und Tom besorgten mitFas-sung alles Nöthigc unter den Klagen der erschrockenen Diener, diesich um die Fenster und Thüren der Veranda drängten.

Wir müssen jetzt diese Geschöpfe fortschaffen," sagte der Arzt.Alles hängt davon ab, daß er Ruhe hat."

St. Cläre öffnete die Augen wieder, und blickte starr auf dieverzweifelnden Geschöpfe, die Miß Ophelia und der Doctor fortzu-weisen bemüht waren.Die armen Geschöpfe!" flüsterte er, undder Ausdruck bitterer Selbstvorwürfc flog über sein Gesiebt. Adolphweigerte sich entschieden, zu gehen; er warf sich an den Boden, undnichts konnte ihn bewegen, aufzustchen. Der Schreck hatte ihn allerGeistesgegenwart beraubt! Die Nebrigen fügten sich den Vorstellun-gen der Miß Ophelia, daß ihres Gebieters Rettung von ihrem Ge-horsam und ihrer Ruhe abhingc.

St. Cläre konnte nur wenig spreche»; er lag mit geschlossenenAugen da, aber offenbar wurde er von bittcrn Gedanken bestürmt.Nach einiger Zeit legte er seine Hand auf die Tom's, und sagte:Tom, armer Mensch!"

Was Mas'r?" fragte Tom ernst.

Ich sterbe!" entgegnctc St. Cläre, seine Hand drückend.Bete!"

Wollen Sic einen Geistlichen?" fragte der Arzt.

St. Cläre schüttelte hastig de» Kopf, und sagte dann nochernster zu Tom:Bete!"

Und Tom betete mit aller Inbrunst für die scheidende Seele,die Seele, die so traucrvoll aus den dunkeln blauen Augen auf ihnzu blicken schien.

Als Tom aufhörte, zu sprechen, nahm St. Cläre seine Handund sah ihn ernst an, doch er sagte nichts. Er schloß die Augen,aber er behielt die Hand, denn an den Thoren der Ewigkeit halten