Druckschrift 
3 (1852)
Entstehung
Seite
81
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Eva fühlte sich bald viel besser. Ihr Vater und ihr Oheimgingen wieder an ihr Spiel, und die Kinder blieben allein.

Weißt Du wvhl, Eva, ich bin sehr betrübt, daß Papa nurzwei Tage hier bleiben will, und ich Dich dann so lange nicht Wieder-sehen werde. Bliebe ich bei Dir, ich würde versuchen, gut zu werdenund nicht hart gegen Dodo zu sein und so weiter. Ich will Dodvnicht schleckt behandeln, aber D» weißt, ich habe ein sehr heftigesTemperament. Ich bin gleichwohl nicht wirklich schlecht gegen ihn.Ich gebe ihm bann und wann Picayune, nnd Du siehst, daß er gutgekleidet ist. Ich denke, im Ganzen befindet sich Dodo sehr gut/'

Würdest Du glauben, baß Du Dich wohl befändest, wenn beiDir kein einziges Geschöpf der ganzen Welt wäre, das Dich liebte?"

Ich? Natürlich nicht."

Und Du hast Dodo von all' den Freunden fortgcnommen, dieer je hatte, und jetzt hat er keinen Menschen, der ihn liebt. Aufsolche Weise kann Keiner gut sein."

Nun, ich kann dabei nicht helfen. Ich kann seine Mutternicht kaufen, ,ihn nicht selbst lieben, noch sonst Jemand kann das,wie ich weiß."

Weshalb kannst Du nicht?" sagte Eva.

Dodo lieben ! Ei, Eva, das würdest Du nicht wollen! Erkann mir gut genug gefallen; aber Du liebst Loch Deine Scla-ven nicht?"

Das thue ich in der That."

Wie verkehrt!"

Sagt die Bibel nicht, daß wir Jedermann lieben müssen?"

O, die Bibel, gewiß, die sagt viel solche Dinge; aber Niemanddenkt jemals daran, sie zu thun, wie Du weißt, Eva, und Niemandthut sie."

Eva sprach nicht, ihre Augen waren während einiger Momentestarr und gedankenvoll.Jedenfalls," sagte sie endlich,lieberCousin, liebe Du den armen Dodo und sei um meinetwillen freund-lich gegen ilm."

Jeli könnte Deinetwegen Alles lieben, thenre Cousine, dennich glaube wirtlich, Du bist das lieblichste Geschöpf, das ich je sah!"Und Henriquez sprach mit einem Ernst, der sein hübsches Gesichtmit Röthe überzog. Eva nahm seine Worte vollkommen unbefangen