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Bor einigen Jahren kam er, machte sich in Uwar ansäfsig und schloß sichdem Bnnde der Landwirthschaftssreunde an. Damals waren nnr erstzwei Glieder des Bundes: er, Gömör, selber, und Brigitta Maros Help.Eigentlich war cs kein Bund; denn die Zusammenkünfte und die Gesetzekamen erst später auf, sondern die zwei Nachbarn, er und Brigitta, ha-ben einstimmig die bessere Bewirthschaftung ihrer Güter in dieser ödenGegend begonnen. Im Grunde sei es Brigitta gewesen, welche denAnfang gemacht habe. Weil sie eher unschön als angenehm zu nennensei, so habe sie ihr Gatte, ein junger leichtsinniger Mensch, dem sie inihren jüngeren Jahren angetraut worden war, verlassen, und sei nichtwieder gekommen. Damals erschien sie mit ihrem Kinde auf ihrem SitzeMaroshely, habe wie ein Mann nmzuändern und zu wirthschaften be-gonnen , und sei bis jetzt noch gekleidet und reite, wie ein Mann. Siehalte ihre Dienerschaft zusammen, sei thätig, und wirthschaste vom Mor-gen bis in die Nacht. Man könne hier sehen, was unausgesetzte Arbeitvermöge; denn sie habe ans dem Steinfelde fast Wunder gewirkt. Ersei, als er sie kennen gelernt habe, ihr Nachahmer geworden, und habeihre Art und Weise auf seiner Besitzung cingeführt. Bis jetzt habe er csnicht bereut. Der Major sei Anfangs, da er sich in Uwar niedergelassenhatte, mehrere Jahre nicht zu ihr hinüber gekommen. Dann sei sie ein-mal todtkrank geworden: da sei er zu ihr über die Haide geritten, undhabe sie gesund gemacht. Von der Zeit an kam er dann immer zu ihr.Die Leute sagten damals, er habe die Heilkräfte des Magnetismus «»ge-wendet, deren er thcilhaftig sei, aber Niemand weiß eigentlich in derSache etwas Rechtes zu sagen. Es hat sich ein ungewöhnlich innigesund freundschaftliches Baud entwickelt — der höchsten Freundschaft seidas Weib auch würdig — aber ob die Leidenschaft, die der Major zu derhäßlichen und bereits auch alternden Brigitta gefaßt habe, natürlich sei,das sei eine andere Frage — und Leidenschaft sei es ganz gewiß, das er-kenne ein jeder, der hinüber komme. Der Major würde gewiß Brigiitahcirathen, wenn er könnte — er gräme sich offenbar tief, daß er cs nichtkönne; aber weil man von ihrem angetranten Manne nichts wisse, sokönne kein ToLtenschein und kein Trennungsschein herbei gebracht wer-den. Es spreche diese Thatsache recht sehr zu Gunsten Brigittes, undvcrurthcilte ihren Gemahl, der einst so leichtsinnig von ihr gegangen sei,während nun ein so ernster Mann sich sehne, sie zu besitzen.
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