Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
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Arbeitszimmer war das dritte und als sie in das letzte Zimmer hinausgekommen waren, fragte er sie, ob er die Freudc haben könne, sie wiedereinmal besuchen zu dürfen. Sie sagte, daß er jeden dritten Tag um dievierte Nachmittagsfinnde kommen dürfe, und daß sie sich freuen werde,wenn er komme; nur möchte er jetzt nicht mehr vor der Kirche oder injener Gasse mit ihr zusammen treffen, wo er sie bisher gesehen, und auchein paar Male mit ihr gesprochen habe. Hugo sagte, daß er ihre Wortebefolgen werde, verbeugte sich und ging fort. In den Vorzimmern, welcheihm das Mädchen aufgeschlossen hatte, das er sonst immer in grauen Klei-dern der Gebieterin aus der Kirche folgen gesehen hatte, saß an einer Ar-beit dasselbe Mädchen, war aber heute nicht grau, sonder» in die gewöhn-lichen bunten Kleider ihrer Gattung gekleidet. Es stand auf, da Hugodas Zimmer betrat, öffnete wieder die Schlösser, um ihn hinaus zu gelei-ten. Unten im Erdgeschosse sah Hugo neben dem Ausgangsthore einStübchen, dessen Thür zur oberen Halste aus Glas bestand. Daraussah das Gesicht eines Thürstehers heraus, und dieser machte, da Hugoheraus ging, demselben eine Verbeugung, und lüftete den Hut. Hugo hattebeim Hereingehen auf jene Stelle nicht hin gesehen.

Draußen standen die Häuser in zwei Reihen dahin und bildeten dieStraße. Staub wogte in ihnen, und die beinahe steilrecht herein fallen-den Mittagsstrahlen der Sonne beschienen ihn. Die Menschen wandeltenin der Straße hin und zurück, wie sie von ihren Geschäften gezogen wur-den. Hugo ging nach Hause und saß in seinem Zimmer nieder. Da dieStunde schlug, in welcher er gewöhnlich zu seinem Mittagessen zu gehenpflegte, stand er auf, und ging in das Gasthaus, wie er es bisher alleTage gethan hatte. Nachmittag saß er bei seinen Arbeiten und am Abendeging er auf den Anhöhen um die Stadt spazieren, wie er bisher auchimmer gethan hatte.

Als die drei Tage vorüber waren, ging er am letzten derselben, daeben die vierte Nachmittagsstunde schlug, in der wohlbekannten Vorstadt-straße dahin. Er kam zu dem Garten, und das weiße Häuschen schim-merte ihm aus den Linden, wie ein schönes Geheimniß entgegen. Eröffnete das Gartengitter, das heute eingckliukt, nicht wie damals, wie erhereinfuhr, geöffnet war, that cs hinter sich zu und ging den bekanntenSandweg entlang. Der Garten hatte nur Grasplätze und Zierbäume,keine Blumen oder Obst tragende Bäume oder Gesträuche. In dem Stüb-