Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
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tct, sofern es Eure Zeit zuläßt, auch in Zukunft noch manchmal um dieseStunde hiehcr zu kommen."

Das ist seltsam," sagte Hugo,und was haben denn meine blon-den Haare dabei zu thun, daß Ihr eigens auf dieselben aufmerksam ge-macht habt?"

Ich habe Euch nur daran erkannt," crwiedcrte der Mann,und siesollten bedeuten, ob der, der über dem Schwibbogen wohnt, der nämlichesei, den ich gemeint habe. Sie sind auch sehr schon, und ich habe dieseHaare immer geliebt. Nun, Herr, sagt mir, ob Ihr Wohl wieder ein-mal kommen werdet?"

Aber könnt Ihr mir denn nicht erklären, wie das alles zusammen-hängt?" fragte Hugo.

Nein, das kann ich nicht," antwortete der Mann,und wenn Ihrnicht freiwillig kommt, so muß ich schon darauf verzichten."

Nein, nein, ich komme schon," sagte Hugo.Wenn cs wahr ist,daß ich Euch durch mein bloßes Kommen eine Wohlthat erweise, warumsollte ich es nicht thun? Ich verspreche Euch also, daß ich schon wiedereinmal um diese Zeit hieher kommen werde."

Ich danke Euch recht schön, Herr, ich danke Euch. Ich habe michgar nicht geirrt, ich habe gewußt, daß Ihr sehr gut seid. Ich will EureZeit nicht mehr rauben, und ich will mich setzt entfernen. Lebt rechtwohl, Herr, lebt wohl."

Lebt wohl," sagte Hugo.

Der Alte verbeugte sich, wendete sich um und ging durch das sehrnahe gelegene große Thor der Kirche hinaus. Hugo sah ihm nach undblieb dann noch eine Weile in dem Raume zurück. Die Sonnenstrahlen,die früher durch die Fenster der Kirche herein gekommen waren, warenverschwunden, nur an den Fcnsterstäben draußen spann es sich, wiewcißglitzerndcs Silber senkrecht nieder, wodurch die schwarzen Bilder unddie trübe Vergoldung der Kirche noch ernster und düsterer wurden. Ein-zelne Menschen saßen oder knieten, wie gewöhnlich als Beter herum.Hugo wendete sich nun auch, und schritt zum Thor hinaus. Draußenward er von der warmen Mittagslust des Frühlings, der eben auf allenLändern jenes Erdtheils lag, von blendender Helle und von dem Lärmendes Tages empfangen.