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2 (1855)
Entstehung
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Art das Traumhafte ihrer Mutter mir dem Feurigen ihres Vaters ver-band. Sie liebte diesen Vater unsäglich, und wenn sie oft gedrängt tvarvon der wilden ungebändigten Liebe, dann nahm sie seine alte Hand, unddrückte deren Finger gegen ihre Augen, ihre Stirne, ihr Herz den Kußkannte sie nicht, weil sie keine Mutter hatte er aber gab nie einen, daer häßlich war.

Weil Ditha während ihrer Blindheit fast immer gesessen war, oderihre Füße nur schwach in Bewegung hatte sehen können, wenn sie ging,ja weil sie einen Lei weitem größeren Theil ihrer Zeit in dem Bette zu-brachte, als außerhalb desselben, so war ihre Entwicklung sehr langsamgegangen, und obwohl sie, da ihr das Licht der Augen zu Theil gewor-den war, schneller als früher, fortschritt, so kam doch die Zeit der Reifebei ihr später , als sie sonst zu kommen Pflegt. Sic war schon sechzehnJahre alt, als sie an jenem Zeitpunkte angelangt zu sein schien. Ihrfrüheres drängendes Wesen stillte sich, das Auge wurde milder und schmach-tender, und die Glieder waren schlank und freudig, wie bei jedem voll-kommenen Wesen dieser Erde.

Abdias that sich absichtlich einen Schmerz an, oder er opferte etwasLiebes, damit nicht das Schicksal ein Größeres begehre.

Wie bei allen Mädchen in dieser Zeit große Veränderungen vor sichgehen, wie namentlich in Ditha's Stamme eine ruhige Schlankheit desLeibes und ein zartes Scheuen des Blickes das Hercintrcten des Jung-srauenalters anzeigcn, so war dieses bei Ditha ganz besonders der Fall.Ihr körperliches Wesen schien in der That in einer Art Spannung zusein, und obwohl sie freudig und heiter und fast so kühn war, wie früher,so war es doch, als sei ein Ausdruck süßen Leidens über sie ausgcgofsen.

Es tvar eben Sommer und die Zeit der Ernte.

Ditha ging zu dieser Zeit an einem Nachmittage, der den andernLeuten recht heiß vorkam, über den Hügclsaum eines Kornfeldes empor,das der Vater am Tage vorher hatte abmähen lassen. Sie ging so lange,bis sie an dem oberen Rande angekommen tvar; denn sie hatte dort einFeld mit Flachs, den sie spät gcsäet hatte, zu dem sie sonst, da das Kornstand, immer mit Umwegen hatte gelangen müssen, und der jetzt alle Tagein Blüthe zu brechen versprach. Sie war ganz allein durch die Stoppelnempor gegangen, und stand ganz allein, die höchste Gestalt, auf demSaume der Anhöhe, wenn man den weiter draußen stehenden Föhren-