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strich, suchte er ihre Auzen auf ih« hin zu lenken. Auch das Gehenmußte er ihr erst beibriugen und angewöhnen, wenn sie so von dem Gar-ten weg auf den Anger des öden Thalcs hinauswandelten; denn sic griffden Boden gleichsam mit den Fühlfäden ihrer Füße, und getraute sichnicht die Spitze schnell und sicher vor sich in das Gras zu setzen, weil sienicht wußte, wie groß oder klein der Abgrund zwischen diesem und demnächsten Tritte sei, wodurch es kam, daß sie jetzt im Sehen weit un-sicherer ging, als früher in der Blindheit; denn da hatte sie den Fußjederzeit im Bewußtsein des festen Bodens, de» sie bisher immer gegrif-fen, vorwärts gestellt, und hatte nicht gewußt, welche ungeheure Mengevon Gegenständen auf dem nächsten Schritte liege. Ditha hatte anallem, was sie sah, Freude, schaute immer herum, und bewunderte ins-besondere das Haus, in dem sie wohnten, das einzige merkwürdigste Dingdieser Art, das sie auf dem öden Grunde des Grases erblickte. Sic wolltebeinahe nicht in die Stube gehen, daß sie das Blau des Himmels, dasihr besonders gefiel, und das lange immer fortgehende Grün des Grun-des nicht verliere. Sie schaute in Einem fort, und begriff nicht, wie ihrein Baum, ein Stück Mauer des Gartens, oder ein flatternder Zipfel desGewandes ihres Vaters gleich einen so großen Theil der Welt nehmenkönne, und wie sie mit der kleinen Hand, wenn sie sie unter die Stirnelege, gleich alles, alles bedecke.
Der Abend kam wie am vorigen Tage mit Erschöpfung in seinemGeleite, und der Vater schläferte die Tochter wie gestern ein, um morgenin dem begonnenen Geschäfte sortzufahren.
Abdias gab nun den Handel, den er die Zeit her so eifrig betriebenhatte, auf, und beschäftigte sich blos mit Ditha, sie in dem neuen Reichedes Sehens fort zu führen.
Was den andern Eltern weit auseinander gerückt, gleichsam in Mil-lionen Augenblicke verdünnt erscheint, das wurde ihm jetzt gewisserMaßen ans einmal zugetheilt. Eilf Jahre waren Ditha's Augen zu-gehüllt gewesen, eilf Jahre war sie auf der Welt gewesen, und hatte aufdas Sehen warten müssen, nachdem ihr diese Welt schon auf einer andernSeite, auf der Seite des engen, dunkeln, einsamen Tastens war zu-getheilt gewesen: aber wie man von jener fabelhaften Blume erzählt,die viele Jahre braucht, um im öden grauen Kraute zu wachsen, dannaber in wenigen Tagen einen schlanken Schaft emportreibt, und gleich-