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2 (1855)
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Abdias nämlich als zerlumpter Mann auf dem Kameele reisend ganzallein im Sande ritt, und sich bereits dem Ziele seiner Wanderungnäherte, sah er eine schwache blaue Dunstschichte über der Geisterstadtstehen, gleichsam einen brütenden Wolkenschlcier, wie sic oft ihr Phan-tom ans die Wüste werfen allein er achtete nicht darauf, da auch derandere Himmel sich milchig zu beziehen anfing, und die heiße Sonne wieein rothes trübes Auge oben stand, was in diesen Gegenden immer dasHerannahcn der Regenzeit bedeutet. Aber da er endlich zu den wohlbe-kannten Trümmern gelangte, und in die bewohnten Thcile derselben ein-ritt, sah er, daß man die zerstörte Stadt noch einmal zerstört hatte; denndie wenigen elenden Balken, die einst von weiten Landen herbei geschlepptund aufgerichtet worden waren, lagen herum gestreut, und rauchtenschmutzige Asche von Palmenblättern, den Dächern der Hütten, lag zwi-schen schwarzen von Feuer genäßten Steinen er ritt schneller undwie er zu dem Triumphbogen und den zwei verdorrte» Palmcnstämmengekommen war, so sah er fremde Männer, welche Dinge aus seinemHause trugen ihre Maulthicre waren schon sehr bepackt, und aus demSchlechten, was sie in den Händen hatten, erkannte er, daß cs das letztesei, was sic trugen. An den Palmcnstämmen aber hielt Melek-Ben-Amar hoch zu Rosse und mehrere Männer waren um ihn. Als Abdiasschnell sein Thier zum Niederknien gezwungen hatte, abstieg, gleichsamwie zu rette» herbcilicf und den Menschen erkannte, grinscte dieser mitdem Angesichte auf ihn herab und lächelte Abdias mit dem unbe-schreiblichsten inbrünstigsten Hohne und Hasse fletschte ihm auch dieZähne entgegen aber er hatte jetzt nicht Zeit, sondern sprang an ihmvorbei in die vordere Stube, wo die alten Kleider lagen, um zu scheu aber hier waren etliche Nachbarn, die aus Schadcngier herbei gelau-fen waren, um sich zu weiden und wie diese jetzt den unvermuthctherbei gekommenen Abdias gewahr wurden, jubelten sie laut und schreiend,ergriffen ihn sogleich, schlugen ihn, spieen ihm in's Angesicht und riefen:

Da bist Du nun Du bist es, Du, Du!! -Du hast Dein eigen

Nest beschmutzt. Du hast Dein eigen Nest verrathen und de» Geiern ge-zeigt. Weil Du in ihren eitlen Kleidern gegangen bist, haben sic's ge-argwohnt, der Grimm des Herrn hat Dich gefunden und zermalmt, unduns mit Dir. Du mußt ersetzen, was genommen ward, Du mußt Allesersetzen, Du mußt es zehnfach ersetzen, und mehr."