Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
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versagte cr sich das liebliche Wasser, wusch damit die kranke Stelle, undbestrich sie mit Balsam.

lieber die Stätte war er gewandelt, wo die alte HandelsköniginKarthago gestanden war, den Nil hatte cr gesehen, über den Enphratund Tigris war er gegangen, aus dem Ganges hatte er getrunken erhatte gedarbt und gewuchert, zusammen gerafft und gehütet er hatteseine Eltern nicht ein einziges Mal besucht, weil er immer so weit weg

gewesen war-und nachdem sünszehn Jahre vergangen waren, kam

cr wieder zum ersten Male in die verschollene Römerstadt. Er kam in derNacht, er kam zu Fuße, weil man ihm sein Kameel geraubt hatte, erwar in ganz zerrissene Kleider gehüllt, und trug Stücke eines Pferdeaasesin der Hand, um davon den Schakalen zuzuwerfen, daß er sie von seinemLeibe hielte. Auf diese Weise gelangte cr zu dem römischen Triumph-bogen und zu den zwei alten Palmenstämmcn, die noch immer da stan-den , und in der Nacht schwarze Linien in den Himmel zogen. Er pochtean die aus Rohr geflochtene Thür, die dreifach vor dem Maucrloche war,das den Eingang bildete, er rief und nannte seinen Namen und den sei-nes Vaters und cr mußte lange warten, bis ihn jemand hörte undden alten Juden weckte. Es standen alle in dem Hause auf, als sie hör-ten, wer gekommen sei, und Aron, als cr durch die Thür mit ihm zuerstgeredet hatte, öffnete dieselbe und ließ ihn ein. Nbdias bat den Vater,daß er ihn in den Keller führe, und als er dort die Rohrthüre hinter sichverschlossen hatte, zählte er ihm goldene Münzen aller Länder auf, die ersich erworben hatte, eine große Summe, die man kaum erwarten konnte.Aron sah ihm schweigend zu, bis er fertig war, dann schob cr die Gold-stücke auf dem Steine zusammen, und that sie wieder Handvollweise inden ledernen Sack, in dem sie Abdias gebracht hat, und legte den Sack

seitwärts in ein Loch, das zwischen Marin orfrisen war.-Dann,

als bräche die Rinde plötzlich entzwei, oder als hätte cr mit der Vater-ftende warten müssen, bis erst das Geschäft aus war, stürzte er gegenden Sohn, umarmte ihn, drückte ihn an sich, heulte, segnete, murmelte,betastete ihn, und benetzte sein Angesicht mit Thränen.

Abdias aber ging, da dies vorüber war, wieder in die Vorfinbe hin-auf, warf sich auf einen Haufen Matten, die da lagen, und ließ denQuell seiner Augen rinnen er rann so milde und süß; denn sein Leibwar ermüdet bis zum Tode.