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2 (1855)
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wurden war, und wenn er nun heim kam, und genoß, was die altenKönige des Volkes, vornämlich jener Salomo, als die Freude des Lebenshielten, so empfand er eine recht schauerliche Wollust. Und wenn ihmauch zuweilen war, als gäbe cs noch andere Seligkeiten, die im Herzensind, so meinte er, cs sei ein Schmerz, den man fliehen müsse, und erfloh ihn auch, nur daß er dachte, er wolle den Knaben Abdias eines Ta-ges auf ein Kamecl setzen und ihn nach Kahira zu einem Arzte bringe»,daß er weise würde, wie cs die alten Propheten und Führer seines Ge-schlechtes gewesen. Aber auch aus dem ist wieder nichts geworden, weilcs in Vergessenheit gcrathcn war. Der Knabe hatte also gar nichts, alsdaß er oft oben auf dem Schutte stand, und den weiten ungeheuren Him-mel, den er sah, für den Mantclsaum Jehovas hielt, der einstens sogarauf der Welt gewesen war, um sie zu erschaffen, und sich ein Volk zuwählen, mit dem er, und mit dem er umging zur Freude seines Her-zens. Aber Esther rief ihn wieder hinab, und legte ihm ein braunesKleidchen an, dann ein gelbes, und wieder ein braunes. Sie legte ihmauch einen Schmuck an, und ließ die Schönheit der Perle um seine dunklefeine Haut dämmern, oder das Feuer des Demanten daneben funkelnsie legte ein Band um seine Stirne, streichelte seine Haare, oder rieb dieGlicdlein und das Angesicht mit weichen, feinen, wollenen Lappenöfters kleideten sie ihn als Mädchen an, oder dicMutter salbte seine Augcn-braunen, daß sic recht feine schwarze Linien über den glänzenden Augenwaren, und hielt ihm den silbernen gefaßten Spiegel vor, daß er sichsähe.

Nachdem die Jahre, eines nach dem andern vergangen waren, fühlteihn der Vater Aron eines Tages hinaus in die vordere Stube, legte ihmeinen zerrissenen Kaftan an, und sagte:Sohn, Abdias, gehe nun in dieWelt, und da der Mensch auf der Welt nichts hat, als was er sich er-wirbt, und was er sich in jedem Augenblicke wieder erwerben kann, undda uns nichts sicher macht, als diese Fähigkeit des Erwerbens: so gehehin und lerne es. Hier gebe ich Dir ein Kamecl und eine Goldmünze, undbis Du nicht selber so viel erworben hast, davon ein einzelner Menschsein Leben hinbringen kann, gebe ich Dir nichts mehr, und wenn Du einuntauglicher Mann wirst, so gebe ich Dir auch nach meinem Tode nichts.Wenn Du cs thun willst, und nicht zu weit entfernt bist, so kannst Dumich und Deine Mutter in Zeiten besuchen und wenn Du so viel hast,