Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
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krummen Gang zurück gelegt hatte, der da salzte, so kam man wieder iuein Zimmer, um das mehrere andere waren. Auf dem Fußboden lag einTeppich aus Persien und in den andern waren ähnliche oder gleiche, anden Wänden und in Nischen waren Polster, darüber Vorhänge, und da-neben Tische Von feinem Steine und Schalen und ein Bad. Hier saßEsther, Aron's Weib. Ihr Leib ruhete auf dem Seidengewebe von Da-maskus , und ihre Wange und ihre Schultern wurden geschmeichelt vondem weichsten und glühendsten aller Zeuge, dem gewebten Märchen ausKaschemir, so wie cs auch die Snltana in Stambul hat. Um sie warenein paar Zofen, die schone Tücher um die klugen schönen Stirnen hatten,und Perlen ans dem Busen trugen. Hieher trug Aron alles zusammen,was gut und den armen Sterblichen schmeichelnd und wohlthätig erscheint.Der Schmuck war ans den Tischen herum gelegt und auf den Wändenzerstreut. Das Licht sandten von oben herab mit Mirrhen verrankte Fen-ster, die manchmal der gelbe Wüstensand verschüttete, aber wenn csAbend wurde und die Lampen brannten, dann glitzerte alles und funkelteund war hell und strahlenreich. Das größte Kleinod Aron's außer demWeibe Esther war ihr Sohn, ein Knabe, der ans dem Teppiche spielte,ein Knabe mit schwarzen rollenden Augcnkugcln und mit der ganzen mor-genländischcn Schönheit seines Stammes ausgerüstet. Dieser Knabe warAbdias, der Jude, von dem ich erzählen wollte, jetzt eine weiche Blume,aus Esther's Busen hervorgeblüht. Aron war der reichste in der altenRömerstadt. Dies wußten die andern, die noch mit ihm da wohnten,sehr gut, da sie oft Genossen seiner Freuden waren, so wie er von ihnenauch alles wußte: aber nie ist ein Beispiel erhört worden, daß es dervorüber jagende Beduine erfuhr, oder der träge Bei im Harem: sonder»über der todten Stadt hing schweigend das düstere Geheimnis!, als wurdenie ein anderer Ton in ihr gehört, als das Wehen des Windes, der siemit Sand füllte, oder der kurze heiße Schrei des Raubthieres, wenn dieglühende Mondcsscheibe ober ihr stand, und ans sic nieder schien. DieJuden handelten unter den Stämmen herum, man ließ sie und fragtenicht viel um ihren Wohnort und wenn einer ihrer andern Mitbewoh-ner, ein Schakal, hinaus kam, so ward er erschlagen und in einem Gra-ben geworfen. Ans seine zwei höchsten Güter häufte Aron alles, wovoner meinte, daß cs ihnen gut sein könnte. Und wenn er draußen ge-wesen war, wenn er geschlagen und von Wohnort zu Wohnort gestoßen