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haben und daher bei Zeiten aufbrcchcn. Viele Grüße und freundlicheWünsche wurden uns zugerufcn, und wir gingen dann über die Treppehinab, um uns in das obere Wirthshaus zu begeben, wo unsere Sachenwaren. Auf der Gasse stand schon der Thomas mit meinem bespanntenWagen und harrte. Der Obrist und die Frauen hatten nur ihre Ueber-kleider zu nehmen, um einzusteigen und fort zu fahren. Da begab sichetwas, daß das Schönste an diesem Abende war.
Ich hatte an dem Wagen gewartet. Margarita war mit den Frauenaus dem Hause gekommen, der Obrist aber noch nicht. Ich hals denFrauen in den Wagen, und wollte es mit Margarita desgleichen thun.Ich faßte ihre Hand, die sic aus dem Ueberrocke hervorgestreckt hatte,aber ich half ihr nicht aus den Wagentritt, sondern ich hielt die Handeinen Augenblick, und sagte, weil mein Herz so gerührt war: „Marga-rita, werdet Ihr mir es verzeihen, daß ich einmal so heftig an Euch ge-handelt habe?"
„O verzeiht Ihr mir nur," antwortete sie, „daß ich so gewesen bin— einziger, lieber Freund meiner Jugend — o ich weiß cs schon und derVater hat cs gesagt, was Ihr für ein herrlicher Mann geworden seid."
„Nein, Margarita," sagte ich, „Euer Vater ist gut, er weiß esschon, welche Fehler ich habe — und Ihr seid ein Engel!"
Ich vergaß mich, und schlang meine Arme um ihren Nacken, wieman eine Schwester nach langem Entferntsein begrüßet. Sie that ihreArme auch um meinen Hals, drückte ihr Angesicht an das meinige, undfing so heftig zu weinen an, daß ich es gar nicht fassen konnte. Ich em-pfand das Naß ihrer Thränen auf meinen Wangen. Ich beugte nureinen Augenblick zurück, und wir drückten dann mit einem Male unsereLippen an einander. Ich hielt sie fest au mein Herz gepreßt, wie eineverlorene und wiedergefundene Braut.
Es war hier das erste Mal in unserm Leben gewesen, daß wir unsgeküßt hatten.
Als sich die Arme wieder gelöset hatten, und ich ihre liebe Handhielt, sagte ich: „Margarita, darf ich morgen Euren Vater um Euchbitten?"
„O bittet," antwortete sic, „cs ist gut für uns beide."
Daun wandte sie sich zu den Frauen, die im Wagen saßen undsagte: „Nehmet cs mir nicht übel, was ich that; er ist mein Bräutigam."
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