Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
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174
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Wir konnten nicht viel reden, und sagten nur gewöhnliche Dinge.Ihre Antworten waren recht lieb und gut und hold und freundlich. Ichweiß nicht, ob die Leute wußten, in welcher Beziehung ich zu Margaritagestanden war; aber Niemand sagte ein Wörtlein, das dahin abzielte, odereine Andeutung auf die Sache ahnen ließ, selbst dann nicht, als ich auf-gestanden war und längs des Tisches hinab ging, um mit allen, die ichnäher kannte, ein freundliches Wort zu reden. Sie hatten alle zu vieleAchtung für mich, als daß sie cs thaten.

Nachdem diese Unterredung aus war, und nachdem ich noch manchenandern, die herum standen oder ein und aus gingen, auf ihre Fragen eineAntwort ertheilt hatte, ging ich wieder zu meinem verlassenen Sitze zu-rück. Da sah ich an der Seite des Obrist's und Margarita's, wo manPlatz gemacht batte, zwei fremde dunkelgekleidete Frauen; es waren dienämlichen, welche ich, als ich auf den Gipfel des Felsens ging, aus einerRasenbank hatte sitzen gesehen. Der Obrist stellte mich ihnen vor, undsagte, das sei die Muhme, bei der Margarita die Zeit her gewesen ist,und die andere sei die Gcsellschaftsfrau derselben, auch eine um nur etwasWeniges entferntere Muhme. Die beiden Frauen hätten ihm die Freudegemacht, die Rückreise Margarita's zu benutzen, um ihn, wie er sie bit-tend cingeladcn habe, zu besuchen. Sic hätten sich eben die Freuden unddie Ländlichkeit des Steinbühels besehen, und seien ganz vergnügt dar-über.Uns ist es etwas Gewöhnlicheres," setzte er hinzu,wir habendas schon öfter gesehen, und machen es allemal auf gleiche Weise."

Die Frauen waren beide alt, freundlich und einfach. Man hattezufällig nach ihrer Entfernung ihre Sitze besetzt, und räumte sie ihnenjetzt wieder ein. Sie sprachen zu mir und fragten mich um einige Dinge,wie das bei ersten Bekanntschaften der Fall zu sein pflegt. Es sprachenauch der Forstmeister, die Bürgermeisterin, der Kaufherr, und der Pfarrermit ihnen, wie man Fremde auf höfliche Weise in einer Umgebung ein-heimisch zu machen sucht. Indessen hatte sich auch die Gesellschaft ummehrere Schützen vermehrt, welche die ihnen zugewiescnen Schüsse aus-gcschossen halten, und jetzt hier im Gezelte bei ihren Frauen, Schwesternoder anderen Angehörigen waren, und sich vergnügten.

Als die Gespräche so gingen, kam der Kutscher des Obrist's herein,ging zu seinem Herrn, und sagte ihm, daß der Wagen heute gar nicht ge-macht werden könne, weil der Schmied nicht eine einzige Kohle zu Hause