Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
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mir, und sammle mir Blumen, und pflücke Nüsse, wie einst in jenemWalde. Darum liebe ich sie gar so sehr. Als wir heute durch EureZimmer gingen, und sie Eure Gcräthe und sonstige Anordnung sah, er-blickte ich auf ihrem Angesichte denselben gewinnenden Schimmer, wieeinstens an meiner Gattin, da sie in meinem Hause schalten und walten undstellen durfte, wie sie wollte. Ich erkannte hieraus auch, daß Margaritain dem Augenblicke das Nämliche empfinde, wie damals ihre Mut-ter. -Seht, so ist cs mit Margarita. Ich weiß auch, wie cs mit

Euch ist, und wußte cs immer. Ich erkannte es, weil Ihr schwiegetich kenne das männliche Verschließen in der Brust, anstatt zu klagenund das treuliche Erfüllen seines Berufes. Ich wußte es, wenn ich auchbei mir stille schwieg. Ich muß Euch, weil ich jetzt rede, meine ganzeSchwäche sagen. Da ich einmal von Euch fort ging, kamen mir bitter-liche Thränen in die Augen, weil ich gesehen habe, daß Ihr eine heiligeMargarita, deren Sinnbild ich gar wohl kenne, auf Euren Hausaltar ge-stellt habt, um Euer Herz zu trösten. Wißt Ihr noch, wie ich einmalan dem traurigen Tage, da ich Euch meine Lebensgcschichte erzählte, ge-sagt habe, Ihr hättet eine schöne Lage in der Biegung des Thales, Ihrwäret noch jung, und wenn Ihr Euch bestrebtet, könnte cs ein schönesBesitzthum werden, das seinen Herren und seine Frau erfreut, wenn ein-mal eine cinzieht. Wißt Ihr cs noch? Wie hold ist cs jetzt, daß Mar-garita eingeht, die Ihr immer so gerne gewollt habt!-Ich muß

Euch, lieber Doctor, weil die Sache einmal so ist, und wir darüber re-den, auch das noch sagen; Margarita ist nicht reich, denn ich bin inmeinem ganzen Leben arm gewesen; aber sic kömmt auch nicht ohne Mit-tel in Euer Haus. Ich habe in meinen letzten Tagen gespart, wie ich inmeinen ersten verschwendet habe, und das Wenige, welches für sie vonmeinen Vorfahren herstammt, habe ich zusammcngehaltcn. Sie bekömmteinmal das Haghaus mit dem, was dazu gehört, sie bekömmt die Bilder,die Bücher, und dann alles das andere, was noch da ist; denn ich habeja Niemand weiter, als Euch beide."--

Hört auf, Obrist," rief ich, indem ich ihn unterbrach,redet nichtvon diesen Dingen wie kann ich Euch denn für Eure Liebe Lanken,und wie kann ich es denn begreifen, daß Ihr so gut und groß seid."

Nein, ich bin nicht gut," antwortete er,ich suche in Euch nurmeine Freude. Wir bleiben nun alle beisammen. Ihr werdet in dem