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2 (1855)
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dig, daß sie mich wieder habe, und sic hat gebeten, daß ich sie nicht mehrfort schicken solle. Wir sind in den Tagen, da Ihr auf der Reise zu demfernen Kranken wäret, auf allen jenen Plätzen gewesen, wo sie sonst mitEuch gewesen ist ja, daß ich Euch alles sage, wir waren sogar beiEuch. Heute waren wir bei Euch.Ich habe ihm sehr weh gethan," hatsic gesagt,ich muß ihm freundliche Worte sagen." Da ich Euch gesternNachmittags nicht antraf, gab ich Euren Leuten gar keine Botschaft inder Sache auf, sondern wir nahmen uns vor, Euch heute früh zu besu-che», che Ihr fort fahret, um Euch einen freundlichen guten Morgen zuwünschen. Wir ließen unfern Wagen, in dem wir gleich nach Pirlingfahren wollten, langsam gegen den Thaugrund vorausgehen, und gingenin Euer Haus. Aber Ihr wäret ebenfalls schon fori. Wir schauten allesan, und Margarita bemerkte die Veränderungen, die seit ihrer Abwesen-heit geschehen waren, besser als ich. Wir gingen durch alle Eure Zim-mer nur die Hauskapelle zeigte ich ihr nicht. Eure alte Maria führteuns herum. Es muß die letzten Tage Niemand vom Haghause zu Euchhinab gekommen sein; denn die Maria wußte noch nichts von der An-kunft meiner Tochter, und hatte große Freude, als sie dieselbe sah. Ob-wohl noch sehr starker Thau lag, so ging doch Margarita auch einigeSchritte in den Garten hinein, um zu sehen, welche Blumen Ihr habt,und wie alles geordnet und cingctheilt ist. Dann wendeten wir uns wie-der um, gingen durch Euren Hof hinaus, und wandelten dann langsamauf der schönen Straße durch den Thaugrund hinüber, an dessen, Rande,wo die Eidunfelder beginnen, der Wagen auf uus wartete. Seht,Doctor, ich bin recht freudig über die Güte dieses Kindes. Ich habe sievielleicht zu sündhaft lieb, aber es ist ein Naturspiel da, das wunderbarist. Ich habe Euch schon gesagt, daß ich am Bcgräbnißtagc meines Wei-bes bemerkt hatte, daß auf dem Munde der dreijährigen Margarita dieKnospe der Rose war, die sie eben begraben batten, und daß in ihremHaupte die Augen ihrer Mutter standen. Nach und nach ist sie ihr immerähnlicher geworden; und seit sie fort war, ward sic ihr vollkommenesEbenbild. Als wir dieser Tage so durch die Wiesen und Wälder wan-delten, bemerkte ich, daß sie den Gang ihrer Mutter habe, daß sie diesel-ben Worte sage, und daß sie bei Gelegenheit den Arm so hebe, den Leibso beuge, gerade wie sie. Ich mußte meine runzligen Hände anschauen,um nicht zu glauben, ich sei jung, und es gehe mein junges Weib neben