Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
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158
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sie mich zu einem sehr entfernten Kranken zur Bcralhung gerufen haben,wo ich wohl ein paar Tage abwesend sein werde.-

O Pilling, du freundlicher Ort, ich bin dir immer geneigt gewesen;aber wer hätte gedacht, daß du mir so thcuer werden würdest. Wie er-freut sich mein Herz, wenn cs deiner Schönheit gedenket: wie du so lieb-lich einsam auf deinem sammetgrünen Hügel liegst, und deine weißenHäuser auf den Fluß herab sehen, der seine» Saum benetzt, und der soemsig durch deine Holzbrückc rollt, auf welcher das rothe Thürmchcn steht,das das Bildniß des heiligen Johannes enthält sei mir Von heute angesegnet, und sei mir in Ewigkeit gegrüßt.

Ich will alles in dieses Buch einschreiben.

Die Sitter ist bei uns ein Bach, dann wird sie größer und rolltüber geglättete Kiesel dahin. Dann geht sie hinaus in die freieren Län-der, wo die grünen Wiesen sind, und die unzähligen Gesellschaften derLaubbäumegruppen stehen. 2"> Eidun wandelt sie um eine Waldcckcherum, ist schon gelassener, und geht dann in einer Wiege zwischen zweisanften und breiten Waldrücken gegen Pirling hinaus. Dort schaut derSaum der grünen Wiesenhügel, auf denen der Ort steht, in ihre Wasser,dort ist die erste große Brücke über sie geschlagen, und von dort geht siemündig mit großen Schlangen in die noch weitern, noch ebenern Länderhinaus, während alle Bäche, die aus den Waldthälcrn, aus den Hügel-rinuen hervor kommen, fortsahren ihren Zoll zu ihr hinzu zu tragen.

Aus den Feldern Pirlings, die links au der Silier liegen, und vonden Häusern ans angesehen sich gegen Sonncnausgang breiten, steigt einseltsamer Fels empor. Er steht ohne Vorbereitung geradezu mitten ausdem Getreide empor. An seinen Seiten ist mancher Baum und Strauch,aber auf dem Gipfel trägt er eine große Versammlung von Fichten, Föh-ren, Birken und anderen Bäumen. Wenn man hinauf steigt, so siehtman, daß der Fels nicht klein ist, wie man von Weiten hinschauend dachte,sondern daß er sich nach allen Richtungen dehnt, daß man auf seinemHaupte unter den Bäumen herum wandeln, daß man sich auf manchenStein, auf manches hervorragende Felsstück und auf manches Hügelchcnniedersetzen kann. Außer den mit Bäumen besetzten Stellen hat er auchfreie, namentlich die höchsten, die einen großen Umblick in der Landschaftgewähren. Der Fels heißt der Steinbühel. Man hat eine sehr schöneund geräumige hölzerne Hütte auf ihm erbaut, die eigentlich wie ein klei-