Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
153
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selben vorsenu-m Schützenfeste, das er den nächsten Sommer übcr's Jahrgibt, fertig haben möchte, so befand ich mich jetzt selber im Mangel.Aber ich will an alle» anderen Orten nach Arbeitern suchen; und vonihm auch noch diejenigen, die er entbehren kann, zu mir herüber ziehen.

Ich werde nnverweilt die lieblichen Schnitzereien, mit denen ich dieHintcrstube gegen den Garten zur Freundlichkeit und Annehmlichkeit mei-nes Gemüthes verzieren lassen will, in's Werk geben; ich werde dasSchreibgcrüste, daran ich schon so lange denke, anfangen, werde die Rissezu den schwersten Arbeiten dem Künstler und Holzschneider Pirger nachPrag schicken, daß er sich darnach forme, und werde endlich die Gerätheund die Herausputze und die Einrichtungen des inneren Hauses zu ver-fertigen und zu vollenden beginnen.-

So habe ich in jenen Tagen gedacht, und so habe ich es gleich inThätigkeit gesetzt.

Ich kaufte desselben Sommers für den Buben Gottlieb auch noch einkleines Grundstück, damit ich es ihm dereinst, wenn es ihm nützlich ist,geben könnte. Ich habe beschlossen, den Buben nicht mehr von mir zuthun, und für ihn, wie cs ihm frommt, zu sorgen. Es ist unglaublich,wie er dankbar ist, und wie er arbeiten möchte. Er hat eine Freude,wenn er für mich einen Gang thun kann, daher ich ihm auch, daß er sichfreue, oft einen Botengang anstrage, den er mit Genauigkeit vollbringt.Sein alter Vater, wenn er zuweilen herunter kömmt, zeigt großen Dankund große Zufriedenheit, daß es so ist. Wenn der Bube Lust und Gei-stesverinögen hat, lasse ich ihn vielleicht künftig unterrichten, und er magmein Amt antretcn und wirken und sorgen.

Ich kam, da die schönen langen Sommcrtage dauerten, oft zu demObrist hinauf, und er oft zu mir herunter. Er sah alle Dinge, die beimir in der Arbeit waren, wir redeten von den verschiedensten Sachen,saßen manchmal auf meinem Sommerbänklcin unter der schönen Fichtebeisammen, oder gingen in dem Walde herum, oder waren bei ihm indem Garten, oder in der Stube, in der er die Bücher hat.

Von Margarita sagte er nie ein Wort. Ich fragte auch nicht.

So verging endlich der Sommer, so verging der Winter, und cskam der nächste Sommer.

Wie wunderbar, wie reizend doch die Natur ist. In jenen Tagen,da die Wärme sich recht lieblich neu ausschloß, was alle Jahre geschieht