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daß der junge Mann ein vortrefflicher Mensch sei, daß er sich srene, daßnun der Hader in der Verwandtschaft ein Ende habe, und daß, wenn derJüngling in seiner Gesinnung so fort fahre, ans ihm ein einfacher, gut-herziger und starker Mann hervorgehen könne. Ich pflichtete den Wortenbei, wie sie auch in der That ganz der Wahrheit gemäß waren.
Von unfern andern Dingen sprach der Obrist kein Wort.
Nach einer Weile der Unterredung sagte ich, daß ich zu Margaritahinüber gehen müsse. Er stand auf, und ich beurlaubte mich. Es warmir zu allen Zeiten erlaubt gewesen, allein zu Margarita hinein zu ge-hen, und der Obrist hatte es nie so eingerichtet, daß dieses nicht gesche-hen durste.
Ich ging durch den Gang zu ihr hinüber. Als ich die Thüre geöff-net hatte, sah ich sie an ihrem Tischchen stehen, und sie schien mich er-wartet zu haben. Sie war manchmal, wenn sic wußte, daß ich zu ihremVater hinein gegangen sei, voll Freude herüber gekommen; heute wardas nicht der Fall gewesen. Sie war recht schön gekleidet, aber das Ge-wand war ein anderes, als gestern. Auf dem Wandtische neben der Thürlag noch der welke Strauß Feldblumen, den sic gestern gepflückt hatte,und seine Stengel waren noch mit demselben Feldgrase gebunden, das siegestern genommen hatte. Ich erkannte, daß er einige Blumen enthielt,die in unserem Kräuterbuche noch nicht waren, oder die wir schlecht ge-preßt hatten.
Da ich bis zu ihr vorwärts gekommen war, und gegen ihre Augengeblickt hatte, sagte sie: „Ich habe Euch heute erwartet, und da muß ichEuch die Worte sagen, die ich mir in der Nacht gedacht habe, und dieEuch zu wissen nothwendig sind. Ich habe recht gerne Eure Gattin wer-den gewollt, der Vater hat Euch auch in hohem Grade lieb; — aber danun alles anders geworden ist, muß ich Euch sagen, daß es nicht mehrgeschehen kann."
Ich sah sie an. Da ich in das Haghaus hinauf ging, wußte ichnoch nicht, was ich sagen werde, nur die Empfindung war mir klar, daßich heute recht bald, so bald als möglich hinauf gehen müsse; aber alsMargarita die obigen Worte gesagt hatte, erschrak ich sehr. Ich nahmsie bei der Hand, die sie mir gerne ließ, und führte sie gegen das Fenstervorwärts. Sie setzte sich auf das gepolsterte Bänkleiu, das in der Fen-stervertiefung steht, nieder, weil sie dachte, daß ich mit ihr reden wolle.