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Böses angethan wird, so erkennt er es für einen Jrrthum, hat Mitleidund trägt nicht nach. Ist nicht die schöne Unterredung, die er mit mirhatte, selber ein Beweis davon? —
Ich habe mich so gerne bei der Zeit meiner Ankunft verweilt, ichhabe mich gerne bei der Zeit verweilt, in der ich zu bauen und zu wirth-schaftcn angefangc» habe; cs war eine einfache schuldlose Zeit — ichweilte gerne dabei, wie der Obrist gekommen ist, mit ihr, der Lieben,
der Guten; es war eine glückselige Zeit-alles ist aus-und
sie, gerade sie hat mir so große Schmerzen gemacht; aber es ist nicht sie,ich erkenne cs jetzt wohl, sondern ich, ich allein. — Es liegt die langeschwere Zeit vor mir, und viele Jahre wird es brauchen, bis ich mich insie hinein lebe.
Ich will alles eintragen.
Als die Tage der Blüthen gekommen waren — mein Vogclkirsch-baum, der liebe große kroncnreiche Baum, den ich noch von Allerb aufmich gebracht hatte, war mit einem ganzen weißen Meere von Blüthenbedeckt; in den Wäldern, wo man noch durch das dünnbelaubtc Zwcig-gitter den Himmel sah, fuhr ich doch oft schon durch eine Wolke vonDuft und Blumenstaub, der durch die Räume ging — Alles — Alleswar so schön — und siehe, dacht' ich, welch ein Sommer wird erstauf diese Weise herein rücken — — und nun sag' ich, welcher wirdkommen!-
Als, wie ich oben ansing, die Zeit der Blüthen über uns war, fandsich in dem Haghause ein Besuch ein, ans den alle nicht vorbereitetwaren. Es kam Rudolph, der Bruderssohn des Obrist's. Einen schö-neren Jüngling würde man sich wohl kaum denken können. Es gingenvon dem rosenfarbencn Angesichte die dunklen schwarzen Haare zurück,und die großen Augen blickten sehr wohlgcbildet aus dem Angesichte.Sein Vater und seine Mutter waren schon vor längerer Zeit gestorben.Er war gekommen, um eine große Summe, die in Vorschein gekommen,und verloren geglaubte Schuldgelder, die eingcgangen waren, mit demOheime zu theilen, dem einstens Unrecht geschehen war. Der Obristnahm ihn mit vielen Freuden auf, zeigte ihm große Liebe und gab ihmviele Geschenke, die er als Denkmale seines Aufenthaltes bei seinen Ver-wandten auf sein Schloß mitnehmen und aufheben sollte. Von derSumme aber nahm er nicht den Theil, den ihm der Jüngling geben