hatte verschweigen wollen, daß ich ihm schon ein Stück Wiese gekaufthabe, das er einst bekommen wird, und daß ich schon für ihn sorgenwerde, trenn er gut lernt und ein ordentlicher braver Mann wird, dersich eines Geschäftes annimmt. — Dann ging ich in meine Stube.
Es kam jetzt eine schöne Zeit. Ich liebte meine Kranken, es thatmir das Herz jetzt oft viel weher, wenn ich ein Kindlein in dem Betteliegen sah, die armen Augen aus mich geheftet, und wenn ich nicht imStaude war, die Krankheit zu beschleunigen, daß das unschuldige Wesenbald befreit werde — oder wen» ich einen Jüngling sah, dessen rosigeWangen durch das Fieber noch röther und dunkler und von harter Farbewurden, und er mich bat, ich möchte ihm nur etwas geben, daß die Hitzeaushöre; den» dann sei er schon ganz gesund ; ich aber ciusah, daß durchdiese Hitze, die er so leicht weg zu bringen vermeinte, lcichtlich seine ganzeheitere rosensarbene Zukunft abgeschnitten werden möchte — oder wennich zu einem alten Mütterlein kam, das Niemand mehr hatte, dem Alleweggestorben waren, das in Ergebung auf den Tod wartete, und den-noch, wenn ich fort gehen wollte, den Blick auf mein Auge heftete, obsie darin Hoffnung lesen könnte. Ich gab manchmal dem Kranken dieArznei und ein Stück Geld dazu, daß er sich eine Suppe verschaffenkonnte.
Als ich am andern Tage, da ich die Frage an Margarita gcthanhatte, wieder in das Haghaus hinauf gekommen war, ging sie mir ent-gegen, nahm mich bei der Hand und führte mich in ihr Zimmer hinein.Sie führte mich an das Tischchen, auf welchem die Steine lagen, danebenheute die Zettel umgekehrt waren, und sagte die Namen aller Steine her,ohne einen einzigen zu fehlen. Dann führte sie mich gegen ihren Büchcr-schrein, wo auf dem Tische die Pflanzen lagen, die wir gestern gebrachthatten. Sie sagte auch die Namen aller, ohne ebenfalls einen zu fehlen.Dann gingen wir mit dem Obrist auf seine Niederwiesc hinüber undsahen zu, wie Heu gemacht wurde, und wie man eben das gut getrock-nete nach Hause führte.
Sie zeigte mir auch ihre Hühner und das andere Geflügel, undführte mich in de» Stall, und zeigte mir die zwei Kälber, wie sie schönseien und wie sie sich jetzt schon völlig ausgewachsen hätten. Wenn siegroß würden, und wieder Nachkommen hätten, daun würde das andere
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