Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

66

selbst andere Dinge, die ich etwa brauchte, darin untcrbringen kennte.Mitten darin saß ich und fuhr. Da der Schnee erschien und sich in denWegen hielt, wurde der Schlitten hcrgcrichtet. Wie oft, wenn ich indem ersten Winter nach Hause kam, wenn ein rechtes Gestöber war, undden Schnee, hoch wie Häuser, in den Waldlehncn zusammenjagte, oderwenn eine große Kälte war, und die Sterne so scharf am Himmel stan-den, als wäre ihr Glanz selber fest zusammen gefroren, stand schon derBube Thomas, wenn er meine Schellen hörte, vor der Thür der Hütte,und »ahm mir das Pferd ab, den guten Fuchs, um es erst ein wenig umdie Hütte herum zu führen, und dann in den Stall zu thun. DieSchwester Katharina nahm mir, wenn ich in die Stube trat, in der derhellste Glanz von der lodernden Leuchte her herrschte, und die sanftesteWärme von dem Ofen ging, den Pelz ab, in dem Eis oder Schnee hing,zündete Kerzen an und führte mich in mein Zimmer, in dessen Ofen auchdie Tannenscheite krachten, oder ein nachgelegter Buchenstock langsam inwärmeverbreitende Glut zerfiel. Ich hatte nämlich in den Ofen von inneneine große Thür brechen lassen, und damit ich das Feuer sähe, das ichso liebe, dieselbe mit einem feinen Metallgitter zu schließen eingerichtet.Lucia kochte, und der Baker ging in dem knarrenden Schnee um die Hütteherum in die Wagenlaube, und brachte die Sachen herein, die in denSchlitten gepackt gewesen waren. Ich that die Kleider ab, legte ein be-quemes Hausgcwand an, und saß unter den Meinen.

Meine Wirksamkeit breitete sich immer mehr und mehr aus. Ichnahm die kleinen Gaben, welche die Leute geben konnten, an; von denArmen nahm ich gar nichts, außer es war irgend ein Kleines, von demich wußte, daß cs ihnen nicht abgehe, und daß die Zurückweisung siekränken würde. Von den Reichen forderte ich mehr: und wie unbemerktdie Dinge flössen, so war doch Gottes Segen dabei, und die Wohlhaben-heit mehrte sich immer mehr.

Im Frühlinge konnte ich schon von Allerb ein gutes Stück Grundund Feld kaufen, das unter unserer Hütte lag, und wenn man von deinHange hinab kömmt, recht schön eben fort läuft. Weil es dort untenviel wärmcr und von Winden gesicherter ist, weil der Boden nach ebensich hin breitet, und lieblich hie und da manche Bäume stehen, wollte ichein Haus dahin bauen, in welchem ich alle meine Lebenszeit zu wohnen