Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
61
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welche große Beschwerde im Fahren sie dadurch beseitigten, und welcheMühsal nun aufgchört habe, da sie auch bald merkte», welche Ersparungan Zeit, Zugvieh und Wagengeschirr eingetreten war: blieben sie beider einmal angcfangencn Weise, und besserten immer auch die kleinsteschadhafte Stelle, die sich zeigte, sogleich wieder aus. Ich hatte einegroße Freude, wenn ich so meines Weges zu einem Menschen ging, dersehnsüchtig nach mir verlangte, und mir ein Landmann begegnete, dereinige Steine auf seinem leere» Wagen hatte, mit dem er von dem Feldenach Hause fuhr, welche Steine er auf dem Felde oder auf dem steinigtenRaine desselben aufgcladen hatte, damit er sie in irgend eine Vertiefungwerfe, die er auf dem Wege bemerkt hatte. Ich sah auch schon den lang-stieligen Hammer, den er mit führte, daß er die größeren, die sich nichtfüge» wollten, zerschlage, und damit die kleineren Unebenheiten verquicke.Durch diese Reinlichkeit in ihren Wegen, und durch den strengeren Sinn,der sich nunmehr dafür kund gab, wurden sic aber auch weiter geführt.Mancher fing an sein Haus und dessen Umgebungen reiner zu halten,als sonst, hie und da entstand eine steinerne weißgetünchte Wand stattder früheren hölzernen, an Sonntagen zeigten sich manche nettere nndschmuckere Gewänder, und wenn die Zitier klang, so wurden zwar keineneuen Weisen, denn diese blieben in Jahrhunderten fort immer dieselben,aber die alten wurden lieblicher und freundlicher gespielt.

In diesem Zustande fand ich die Dinge, als ich in meiner Heimathankam, um meine Thätigkeit zu beginnen. Es kamen immer mehr Leute,die von mir Rath und Hülfe Verlangten. Ich sprach mit allen sehr freund-lich, und wenn ich auf meinen vielen Gängen Vor manchem Hause odermancher Hütte Vorbei kam, wo ich bekannt war, entweder noch von mei-ner Kinderzcit her, oder weil ich ihnen jetzt schon einen Dienst zu leistenim Stande gewesen war, ging ich hinein und redete mit ihnen entwedervon ihren eigenen Angelegenheiten, oder von andern verschiedenen Din-gen. Oftmal saß ich in der Abendsonne aus der Bank vor einem Hause,und sprach oder spielte mit den Kindern, und ging dann, wenn der Him-mel recht schön golden war, von den vielen Bäumen begrüßt, und vondem langsamen Sausen der Föhrennadcln begleitet durch den Kirmwaldnach Hause. Die Gebirgsbewohner sind sehr verständig und meistenssind sie auch heitere umgangswürdige Leute. Ich war wohl noch sehrjung, fast bei weitem zu jung für einen Arzt: aber sie hatten als zu