Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
9
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Wenn cr manchen Abend zwischen diesen Denkmale» »iedersaß nndin dem Buche seiner Jugend nachsann, dessen Zeichen blaß tiefe Stirn-runzeln und weiße Haupthaare waren, und von den Thaten und Aben-teuern des Dockers erzählte, von seiner Furchtlosigkeit bei Tag undNacht, in Wald und auf Haiden, wenn cr so zu seinen ikrauken fuhrwie cr Scherze und Schnurren trieb wie er Arzneigläser hatte, dieroth und blau glänzten, wie Karfunkel und Edelstein wie er Macht

hatte über die Dinge auf der Erde und in der Luft-und wenn

nun das eine und andere Geräthsiück, wie cs ja noch leibhaftig vor unsstand, anfing in der Geschichte mit zu spielen, bald, weil es in einem be-deutungsvollen Augenblicke in ihm krachte, oder Plötzlich ein Glas denPlatz wechselte bald, weil ein Schwcrvcrwundeter darauf ächzte, wieihm der Doctor den Körper wieder fügte, den ein Waldbaum gänzlichauseinander geschlagen hatte bald, weil ein unergründlich Geheimnißder Heilkunde darinnen verschlossen gewesen; so ergoß sich eine unsäglicheBedeutung und Zauberei um die veralteten Gestalten; wir getrauten unskaum hinzusehen, wie alles in Hellem Kerzenlichte umher stand, und ent-schiedene Schatten warf; tief hinten ein Schrank, hoch und dünn, wieRitterfräulein, die in ein Leibchen gepreßt sind; cs war, als stündenDinge auf ihm, die am Tage gar nicht dort stehen dann der Arznei-schrägen , der gleichsam heimlich immer glänzender wurde der Ahorn-tisch mit dem eingelegten perlenmutternen Osterlamme die Uhr mit derSpitzhaube der lange Lederpolster auf der Bank mit Bärentatzen, diewie lebendige griffen endlich am Fenster, mit bleichen Tropfen deshcreinschcinendcn Mondes betupft, das Schreibgcrüste, vielfächrig, go-thisch, mit einem kostbaren Geländer, auf dem braune Frösche paßtenund gleißten, die Schreibplatte überwölbt mit einem hölzernen Balda-chine, wie mit einem Herdmantel, darauf oben ein ausgestopfter Balgsaß, den mau nicht mehr kannte, und den wir jedes Abends fürchteten und wenn der einzige Hort, der Vater, der auf diese Erzählungennichts hielt, in der Ofenecke eingeschlummert war, und der Mondenglanzder scharfe» taghellen Winternacht in den Ecken der gefrierenden Fenster-scheiben starrte, so wehte ein solches Gcisterfieber in der Stube, es hatteselbst die Mutter so ergriffen, und war über die Mägde hinaus gekom-men , die gerne in der Küchenstube daneben saßen und spannen, daß,wenn jetzt jemand am äußeren Thore geklopft hätte, es unmöglich gewe-