Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
337
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Der Hm ritt mit mehreren Begleitern auf dem neugemachten Wegenach dem Hüttenwalde, und durch diesen gegen den Hüttenhof und gegendie Alm, wo er eine Mehzüchterci und Käsewirthschaft hatte, er ritt da-hin, um diese Dinge zu besehen, die Waldbesamnngcn zu besuchen, unddie Geisbcrge, de» Urbach und die Rathschlägc zu besehe». Der Weg,den er »ach und nach zurückzulcgcn hatte, war ei» sehr langer.

Die zurückgeblieben waren, schafften Kähne herbei, und machteneine Fahrt auf der Moldau unter Schallmcien und Tanncnkränzen,Dann fischten Einige, dann besuchte» sie Höhen, von denen man weitherum sah, oder sie gingen mit den Frauen und Fräulein in den Flurenspazieren.

In Obcrplan war wegen dieser Dinge eine ganz außergewöhnlicheStimmung, Weil die Gegend so einsam liegt, so war der Vorstcllungs-krcis der Bewohner durch die Ankunft der Herren verrückt worden, Eskamen ihnen vor, als ob Jahrmarkt wäre, oder als ob Theatcrspiclergekommen wären, oder als ob zur Fastnachtszeit Vermummungen aufge-führt würden. Jeder ging nach Verrichtung seiner Geschäfte noch gerneaus dem Hause, »in eine», der fremden Gäste zu begegnen, oder sic gehenzu sehen, oder sonst seine Neugierde zu befriedigen. Alle waren darineinig, daß die Herren sehr leutselig wären, daß sie mit jedem Weibe undjedem Kinde sprächen und sich sehr freundlich betrügen.

Das zufällige Nebcneinanderstchen Hanna's und des schönen jun-gen Herrn war nicht ohne weitere Folgen geblieben. Er hatte ausge-forscht, wer das Mädchen wäre und wo es wohne. Er war nach Pich-lern zu dem weißen Hänschen gegangen, und hatte mit Hanna und derMutter geredet. Er war öfter hinüber gegangen und hatte öfter mitHanna geredet. Auch in Obcrplan hatte er sie gesehen, wenn sie Neu-gierde halber hinüber kam, er hatte sie begleitet, und einmal hatte manihn gar vor ihr im hohen Erlcngebüsche auf den Kniecn liegen gesehen,ihre Hand mit inbrünstigem Bitten haltend, und mit den wunderschönenAugen zu ihr hinauf blickend. Weil die andern Herren, welche zur Be-sichtigung mancher Werke der Gegend fortgcritten waren, viele Tageausblieben, konnte die Sache in den Gang kommen, und Hanna auchvon Empfindungen ergriffen werden. Die Beiden gingen mit einanderim Kosen durch die Fluren, sie gingen an dem Wachholder und dengrauen Steinen vorbei, sie gingen an der nieder» Mauer, die als Feld-Stifter. 4. Auil. Hl. 22