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„Freilich kann sie es thun," antwortete Hanna, „weil sie sehr mäch-tig ist, und sic thut es auch, weil sie sehr gut ist/'
„Aber am ersten Beichttage muß man sie darum bitten?" fragteHanns,
„Um was inan sie am ersten Beichttage bittet," sagte Hanna, „dasthut sie immer und jedes Mal: aber auch an jedem andern Tage kannman sie bitten, und sie kann die Bitte gewähren, weil ihre Macht außer-ordentlich ist,"
„Aber das ist ja kaum denklich," crwiedcrte Hanns, „well sonst alleLeute daher kämen, und um die verwirrtcsten und verkehrtesten Dingebäten,"
„Wenn sie um verwirrte und verkehrte Dinge bitten," sagte Hanna,„so läßt sie diese nicht in Erfüllung gehen ; aber bitten muß man sie im-mer, weil man nicht wissen kann, welches Ding verwirrt oder verkehrtist, und weil sie allein die Entscheidung hat, was in Erfüllung gehensolle und was nicht,"
Hanns antwortete nun nichts mehr darauf.
Die Liebe, die Zuneigung und die Anhänglichkeit wuchs immermehr und mehr, Hanns that Alles, was ihm sein Herz einflößte. Erehrte die Zeiten, wie es in jener Gegend gebräuchlich ist. Er setzte Hannaden schönsten Maibaum vor die Thürc, er wand das schönste Tuch umihr Haupt und band die schönste Schürze um ihren Leib, er trug dengrößten Palmbaum am Palmsonntage für sie in die Kirche, er steckte so-gar eine goldene Nadel in ihr Haar, er brachte ihr den schönsten Straußvon Walddingen aus seinem Schlage nach Hause, er führte sie an Sonn-tagen in die Kirche, und ging mit ihr, wenn schönes Wetter war, in denFeldern und Wiesen spazieren. Sogar zu Zeiten, wo cs nicht schicklichwar, daß er sich bei Hanna im Häuschen befand, sahen ihn die Leuteunter den Föhrcnstämmen und Steinen in großen Kreisen um das Häus-chen herum gehen.