Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
260
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Gemälde, die in dem Hause waren, und die Bücher, die man in vielenJahren noch von Tirol her gesammelt hatte, nur die ließ ich zurück, diesich Victoria heraus gesucht, und zu ihrem künftigen Gebrauche aufbc-halten hatte. Bon den meinigen behielt ich kein einziges zurück. Wirverkauften auch, was wir an Schmuck besaßen, bis auf die zwei Ehe-ringe, und den goldenen Reif, den Camilla bei dem Gcigenspiele anzu-haben gewohnt ist, und dann verkauften wir auch noch, was etwa wegenSeltenheit, wegen besonderer Vorliebe oder aus sonst einem veraltetenGrunde vorhanden war. Als ich alles dieses Verrichtet hatte, kehrte ichwieder zu den Meinigen zurück. Wir hatten nunmehr auf der ganzenErde keinen einzigen dauernden Punkt mehr, den wir unser Eigenthumnennen konnten, als das Haidchaus. Aber wie sah cs damals hier aus!Victoria und Camilla mußten die ausgedörrten Fugen der Fensterrahmenihrer Zimmer mit Wolle verstopfen, damit ihnen bei der Nacht der Windnicht das Licht blies. Maria machte sich ihr Bett in cincr Obstkammcr,und die Magd, die einzige, die wir hicher mitgebracht hatten, schlief beiihr in einem Borkämmerchen; denn die größere» Zimmer und der Saalwaren durchaus unbewohnbar. Es klafften in ihnen die Fensterrahmenfingerbreit, oder hingen durch das Wetter so verbogen hinaus, daß dasGlas zersprungen war, und sie nicht mehr in ihre Fugen gepaßt werdenkonnten. Andere Fenster waren leere Höhlen oder mit Brettern verschla-gen. Von dem Dache hatte der Wind einen Theil weggctragen, daß derRegen cindringen konnte, und daß die Pflasterungen und Täflungen derZimmerböden theils eingesunken, theils zersprungen waren. Die Lesenhatten Löcher, der Staub rieselte aus ihnen heraus, und in den Eckender Wände hingen die Fahnen alter und verlassener Spinneweben. Blosfür mich war am besten gesorgt worden, damit ich nicht krank würde.Das nämliche Zimmer, welches ich noch jetzt bewohne, und welches schondamals eines der bcsterhaltenen war, richteten die Meinigen, während ich inMailand war, zusammen. Sie ließen alle schadhaften Stellen der Wändeausbessern, verstopften die Fensterritzcn mit Wolle, bis auf einen Flügel,der zum Ocffnen und zur Auslüftung des Zimmers diente, bekleidetendie theilweise feuchten Wände mit Teppichen, legten dergleichen auch aufden Fußboden, und machten mir ein Bett aus den besten Dingen, diewir mitgcbracht hatten. — Die Geräthe, die in dem alten Hause stan-den, waren demselben nicht entsprechend, sondern noch schlechter. Da sie