Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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dig und scst, aber nicht neu, ja cs konnte Zweifel entstehen, ob sie nichtein paar Jahrhunderte alt seien. Das weiße Linncnzeug des Bettes stachsehr schön von dem braunen Holze des Gestelles ab. Der Geräthe wa-ren gerade so viele, als unumgänglich nöthig war, die Zimmer einzu-richten, keines mehr und keines minder. Was mir besonders ausfiel,war, daß in jedem der Gemächer wohl ein Spiegel an der Wand war,sonst aber nichts erblickt werden konnte, was etwa wie ei» Gemälde oderwie ein Kupferstich ausgcschen hätte. Es ist dies eine seltene Thatsachein Wohnungen und Landhäusern. Da ich mich nun über das Inneregänzlich vergewissert hatte, schritt ich an das Acußcre. Ich ging in dasNebcngemach meiner Schlafstube, öffnete eines der Fenster, und sah hin-aus. Aber von einer Aussicht war in einer Nacht, wie diese, keine Rede:Millionen dichter Sterne standen an dem fast schwarzen Himmel, undfunkelten nicht in weißem, sondern fast buchstäblich, in goldenem Lichtehernieder. Unter ihnen lag die Gegend so unkenntlich, gleichsam wieeine schwarze Schlacke, an der die Funken des Himmels verknisterten.Selbst in der nächsten Nähe unter mir konnte ich keine Gegenstände un-terscheiden, als einige Ballen schweigender Bäume, und fahle Dinge,wie Anlagen und Geländer. Weil aber die Nacht gar so milde war, unddie sanftere Kühle auf die Hitze des Tages so wohl that, so blieb ich län-gere Zeit am Fenster, und genoß der Annehmlichkeit und des erguickendcnBades der Luft.

Endlich entfernte ich mich doch, und beschloß, mich zu Bette zu be-geben. Ich ließ aber das einmal geöffnete Fenster offen stehen, um dieholde Luft nicht von mir auszuschlicßcn.

Ich ging in meine Schlafstube zurück, entledigte mich allgemachmeiner Kleider, legte alles auf einen Sessel, löschte die Lichter aus, undlegte mich in das Bett. Ich dachte noch des armen Burschen Gerardo,was etwa er für eine Nacht in seinem Schiffe auf dem See haben möchte;und weil ich doch theils von dem Gange, thcils von den vielen seltsamenEindrücken etwas ermüdet war, streckte ich meine Glieder, und entschliefbald angenehm und fest. Ohnehin mochte ich schon der letzte im Hausesein; denn da ich bei dem offenen Fenster hinaus geschaut hatte, warenalle anderen Fenster an dieser Seite des Hauses bereits finster gewesen.

Ich wußte nicht, wie lange ich geschlafen haben mochte, denn mein