Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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gab, rief seitwärts eine feine knabenhafte Stimme:Da kann ich viel-leicht eine Antwort crtheilen."

Wir sahen dahin, woher die Stimme gekommen war, und saheneinen Knaben auf einem der aus dem Wasser hervorragenden Steine ste-hen. Er gehörte nicht zu den Fischern, sondern hatte ihnen nur zuge-schaut. Um das sehr schöne aber sehr braune Angcsichtchcn mit den gro-ßen italienischen Augen waren äußerst verwirrte und verwilderte Haare,der Hals und die Oberbrust waren nackt, dann hatte er ein rauhes Zic-genfell um die Schultern, zu einer Art Ucberkleid geheftet, aus dem dienackten Arme hervor ragten, deren einer einen oben gekrümmten untenmit der Spitze in das Wasser gestemmten Stab hielt. Die Beinkleiderendeten mit zerrissenen Fetzen gleich unter dem Knie, von wo die nacktenbraunen Füße bis zum grauen Steine nieder gingen. An einer Schnurhatte er eine runde hölzerne Flasche umhängcn. Die Erscheinung war,wie ein kleiner Johannes in der Wüste.

Nun, wenn Du Auskunft geben kannst," redete ich,so sprich."

Wir wendeten während dem unser Schiffchen etwas näher ge-gen ihn.

Sagt, ist der Mann, den ihr suchet, alt?" fragte er mit seiner fei-nen klaren Stimme.

So ziemlich alt," antwortete ich.

Nein, er ist sehr alt," sagte er;und hat er immer wie Ihrsprecht, ein blasses Angesicht und ein schwarzes Kleid?"

Ja," erwiederte ich.

Dann ist er cs schon," sagte der Knabe,der ist cs, der so wun-derbar geigt, und auf den Anhöhen wohnt."

Er geigt?" fragte ich.

Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie herzergreifend er geigt," er-wicdcrte der Knabe.

Das ist ja nicht möglich," sagte ich,hast Du ihn geigen ge-sehen ?"

Ich bin nicht bei ihm gestanden, da er geigte," antwortete derKnabe,aber ich habe ihn oft in der Ferne gehört. So geht er."

Bei diesen Worten beugte sich der Knabe mit dem Oberleibe vor,und fing an, auf seinem Steine hin und her zu gehen. Ich erkannte au-genblicklich in dieser Nachahmung den Gang meines Rciscfreundcs. Ich