Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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ein großer unermeßlich scheinender Fels, den wir umschifften, und der wieein Stück Alpe in das seichte Fahrwasser des Sees geworfen schien. Anseinem Körper spielten die grauen Lichter und die violetten Schatte», undan seinem Fuße plauderten oder flüsterten die Wellchen, die unbemerktund unablässig an seinem Korne wuschen. Ein ander Mal war eswieder eine blendende Sandbank, die gegen das Dunkelblau des Wassershinaus ging. Hinter ihr klomm das reine Grün empor, das wieder obenin Felsen überging, die dann bläulich in die noch blauere fast funkelndeLuft hinein dämmerten. Oft stach eine solche Zunge gleichlaufend mitdem Ufer weit in den See hinaus, und jenseits derselben lag das ruhigstedunkelblaueste Wasser wie ein geborgenes Baud an dem Gürtel des Ge-stades dahin. Wenn wir dann in die Langbucht cinfuhren, so entwickeltesich eine Hütte, ein Häuschen, ein Landsitz, wo wir früher nur einenmattgrauen oder schwachwcißen Punkt gesehen hatten. Ost wurde dasbreite Wasser des Sees ganz schwarzblau, unendlich dunkler, als dieLust, und längs des fernen Saunies glänzte, wie eine lichte Kalkwand,das Zierrathenwerk der Felsen, und warf sein Gitter zauberhaft in dieFläche des schwarzen Spiegels. Wenn wir manchmal eine Wand sahen,und meinten, sie sei weithin die glatteste ritzenloseste Mauer, so that siesich, wenn wir an ihr entlang fuhren, auf einmal auf, und trug in ihrerFaltung eine niedersteigende von dichtem Buschwerke bewucherte Furche,in der das klareste glasdurchsichtigste Alpcnwasser nieder strömte. Undwenn wir dann um die Sandhügel, die sich heraus schoben, heruni fuh-ren, und in die Bucht einlcnkten, die sich darstellte, so sahen wir, daß derSchauplatz sehr groß sei, und an seinem Rande statt des grünen Wu-chcrwerkcs, welches wir erblickt batten, riesengroße schöne Bäume trug,und in mancher Ecke noch ein aus rohen Steinen oder Stämmen zusam-mengefügtes FischerhLuschcn barg.

Mein Begleiter plauderte fast unablässig fort. Ich lernte sein selt-sames Italienisch bald verstehen, und antwortete ihm darin, worüber ergroße Freude hatte. Er nannte mir alle Stellen, von denen er die Na-me» wußte, erzählte mir Geschichte», die oft sehr abenteuerlich und un-glaublich waren, und zeigte, wie fast alle Südländer gewohnt sind, daslebhafteste Entzücken über sein schönes Land. Das erste Mal aßen wirzu Mittag auf unserem Schiffchen, das wir ruhig stehen ließen, undüber dessen Borde wir ein Brett als Tisch legten, auf dem wir unsere