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eine traurige. Seine Thränen wurden »och reichlicher, und meinem ihmzugcwendetcn Ohre war es fast vernehmlich, als seien stc in ein hörbaresSchluchzen übergegangcn. Ich fürchtete, ich würde ihn aus dem Theaterfort bringen müssen; denn da jetzt das Spiel aus war, sahen auch dieAuge» anderer Menschen auf ihn hin. Aber er hielt sich fest. Die Thrä-nen wurden nicht mehrere, eher weniger, und das Schluchzen wurde nichthörbarer. Er sah hiebei nicht rechts und nicht links.
Theresa spielte noch etwas Einfaches, sehr Edles — dann war nocheinmal ein ganz kurzes Duett — und dann war die Vorstellung aus.
Da nun die Menschen sich zum Gehen erhoben, da ein Thcil der-selben sich in Bänken und Gängen stellte, um den lärmenden Beifall fort-zusetzen, so war es unter dem Gedränge leichter, meinen Nachbar fort zubringen, da jetzt Niemand weiter auf ihn achtete. Ich that auch, alshätte ich nichts gesehen, und da er näher gegen das Ende der Bank ge-sessen war, ging er in der Menge vor mir her. Auf dem langsamen Wegebis zu dem Thore wurde nichts zwischen uns gesprochen, aber da wir indem Wagen, den ich draußen herbei gerufen hatte, saßen, sagte er dieWorte: „Ach, du unglücklicher Vater, du unglücklicher Vater! "
Da ich diese Aeußerung durchaus nicht verstand, antwortete ichnichts darauf, und er sprach auch während des Fahrens nichts weiter.Als wir in unserem Gasthofe angekommen waren, und ich eben den Fähr-lohn für den Wagen bezahlte, ging er in sein Zimmer hinaus. Ich thatdesgleichen, und begab mich nach einiger Zeit in das Gastzimmer hin-unter, um noch etwas weniges zum Nachtmahle einzunehmen. Es saßenverschiedene Menschen da, worunter ich einige kannte, da sie ebenfallsBewohner des Gasthofcs waren, und sich gewöhnlich zu den Vcrsamm-lungsstunden in dem Speiscsaale cinzufiuden pflegten. Wir sprachen ver-schiedene Dinge, unter andern auch von den Geschwistern Milanollo undihrer heutigen Vorstellung, aber nur oberflächlich, wie cs bei Reisendenoft gewöhnlich ist, die, wenn sie sich auf mehrere Augenblicke zusammenfinden, gern einige flüchtige Worte wechseln. Mein Nachbar kam nichtzum Abendessen herunter. Ich blieb länger sitzen, als gewöhnlich, theils,weil ich müde war, theils, weil die Eindrücke, welche ich empfangenhatte, nur nach und nach verschwanden.
Als ich von dem Speisesaale über den Hof zu meiner Wcndclstiegeging, sah ich gegen die Fenster meines Nachbars hinauf, sic waren
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