Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
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Ja wie sind den» die andern?" fragte Herr Tiburius.

Sie sind anders," antwortete Maria.Ich bin früher znweilen indas Bad hinein gegangen, wie cs hier schier alle thun, um mancherleiGegenstände zu verkaufen aber dann ging ich gar nicht mehr hin, alswenn die fremden Leute schon alle weg waren; denn sie haben mich im-mer und darunter waren Männer, denen cs gar nicht ziemte anden Wangen genommen und gesagt:Schönes Mädchen,"

Herr Tiburius legte nach diese» Worten seinen Stift in das Zeichen-buch, thatdas Buch zu, kehrte sich auf seinem Steine um, und schaute siean, Gr erschrak ungemein; denn sie war wirklich außerordentlich schön, wieer in dem Augenblicke bemerkte. Unter dem Tüchlein, das sie immer aufdem Haupte trug, quollen sanft gescheitelt die dunkelbraunen Haare her-vor und zeigten in ihren zwei Abtheilungen die feine schöne Stirne nochseiner und schöner, überhaupt war das ganze Angesicht trotz der frischenund gesunden Farbe unsäglich fein und rein, was durch die groben Klei-der, die sie gewöhnlich an hatte, noch eher gehoben als gefährdet wurde.Die Augen waren sehr groß, sehr dunkel und glänzend, sie schauten denMensche», wenn sie aufgeschlagen waren, sehr offen an, und waren,wenn sie sich nieder schlugen, von den langen holden Wimpern demüthigbedeckt. Die Lippen waren roth und die Zähne weiß. Ihre Gestalt zeigteselbst jetzt, da sie saß, die dem Antlitze entsprechende Größe und warschlank und sanft gebildet.

Herr Tiburius, da er sie so angesehen hatte, wendete sich wiederum, that sein Buch wieder auf, und zeichnete weiter. Aber er zeichnetenicht mehr gar lange, sondern sagte halb zu Maria zurück gewendet:Ich höre heute lieber auf."

Er steckte den Stift in die Hülse, welche an dem Zeichenbuche ange-bracht war, er that das Buch zu und schnallte es zusammen, er steckte dieSachen, die herum lagen, zu sich und stand auf. Maria erhob sich eben-falls aus dem Gesteine, in welchem sie gesessen war, und richtete ihrKörbchen zusammen. Dann ginge» sie, er sein Zeichenbuch unter demArme, sie ihr volles Körbchen an der Hand tragend, mit einander fort.Sie gingen von der Wand nicht gegen die Straße zu, sondern gegen denWald, weil sie Tiburius bis an die Stelle begleiten wollte, wo ihr Pfadin dem Dickicht seitwärts lenkte, um gegen den Hügel zu gehen, auf demLas Haus ihres Baters stand.

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