Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
143
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cs sich cincr dem andern, daß es auch noch wie ein Lauffeuer in die übri-gen Häuser des Ortes lief, Tiburius aber erzählte schnell dem Wirtheden Vorfall, stieg noch mit dem Griesbeil in seine Wohnung hinauf,fehle sich dort in seinen bequemen großohrigen Rollsessel und verlangtezu essen. Man stellte ihm ein Tischlein vor den Rollsessel, deckte es undstellte verschiedene Speisen darauf. Als er zu essen angesangen hatte,fragte er, ob der Wagen zurück gekommen sei. Man antwortete ihm mitNein, und er ersah hieraus, daß sein Kutscher und sein Diener »och aufdem Platze warten mögen. Daher bezcichnete er die Stelle und befahl,daß man sogleich um sie hinaus sende. Nachdem er gegessen hatte, klei-dete ihn sein zweiter Diener, der zu Hause geblieben war, ans, undbrachte ihn zu Bette. Als Herr Tiburius lag, gab er den Befehl, daßNiemand in das Schlafzimmerchcn herein komme, wenn er nicht läute,und als sich hierauf der Diener entfernt hatte, zog der Kranke die zweiDecken, mit denen er sich zugehüllt hatte, bis an das Angesicht empor;denn er wollte auf diese große Erregung einen Schweiß erzielen, weildieser vielleicht noch alles abwenden könne. Nach einer kurzen Zeit that

Herr Tiburius die tiefen Athemzüge des Schlafes.-

Wir wissen nicht, was sich in der Nacht ereignete, und können nurerzählen, wie cs am ander» Tage gewesen sei.

Als Herr Tiburius erwachte, war es Heller Tag, Die Sonne schienherein, und die rothe» Chinesen, die auf der seidene» spanischen Wandwaren, erschienen beinahe flammenroth, weil die Sonne durch sie hin-durch schien; aber sie waren trotz dem sehr freundlich. Herr Tiburiussah lange Zeit ans sie hin, che er sich regte. Die Wärme des Bettes warunendlich behaglich. Zuletzt mußte er sich doch entsinnen, und unter-suchen, was ihm weh thue. Der Kopf that ihm nicht weh, er wußtenicht, ob ein Schweiß gekommen sei, weil er geschlafen hatte, die Brustthat auch nicht weh, der Magen war wohl, nur daß er sehr großen Hun-ger anzcigte, und die Arme waren nicht steif, und hatten auch kein Zie-hen und Reißen, Er nahm die Uhr, die bei dem Bette lag und sah dar-auf, Es war zehn Uhr und die Molkenzeit lange vorüber. Gebadethatte er sonst auch immer früher, aber er konnte es ja heute später thun.Nun regte er die Füße und streckte sich — — aber siehe, die thaten ihmfürchterlich wehe, vorzüglich der Oberfuß, allein es war nicht der Schmerzcincr Krankheit, das erkannte er gleich, sondern die Müdigkeit, die im