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Als das Abendmahl vorüber war, wünschten sich die beiden Ver-wandten zum letzten Male gute Nacht und begaben sich zu Bette. NurVictor packte noch, und wie er dachte, dieses Mal gewiß mit Erfolg, seinNänzchen, und richtete sich die Rciscklcidcr auf einen Sessel.
Als der andere Morgen anbrach, kleidete er sich in diese Kleider,nahm seinen Retsestab in die Hand und hing das Ränzlein mit einem derTragriemen an seinen Arm. Der Spitz, der das alles verstand, tanztevor Freuden.
Das Frühstück wurde unter unbedeutenden Gesprächen verzehrt.
„Ich werde Dich bis zu dem Gitter begleiten," sagte der Oheim,als Victor aufgcstandcn war, sein Ränzlein auf den Rücken genommenhatte, und Miene machte, sich zu beurlauben.
Der Greis war in ein Nebenzimmer gegangen, und mußte dort aufeine Feder gedrückt haben, oder sonst einer Vorrichtung zugcgangen sein;denn Victor hörte in dem Augenblicke das Rasseln des Gitters und sahdurch das Fenster, wie dasselbe sich langsam öffnete.
„So," sagte der Oheim, indem er heraus ging, „es ist in Bereit-schaft."
Victor griff nun nach dem Stabe und setzte seinen Hut auf dasHaupt. Der Greis ging mit ihm über die Treppe hinab und über denGartcnplatz bis zu dem Gitter. Beide sagten sie auf dem Wege keinWort. An dem Thore blieb der Oheim stehen, zog ein Päckchen aus derTasche und sagte: „Hier hast Du die Papiere."
Victor aber antwortete: „Erlaubt mir, Oheim, daß ich sie nichtannehme."
„Was? nicht annehmen? was kömmt Dir denn bei?"
„Erlaubt es mir, und thut meinen Gefühlen keine Gewalt an,"sagte Victor, „lasset mir in diesem Dinge meine Weise, daß Ihr seht,daß ich uneigennützig bin."
„Ich zwinge Dich nicht," sagte der Greis, und schob seine Papierewieder in die Tasche.
Victor sah ihn eine Weile an. Aus den Hellen Augen drangen ihmdie schimmernden Thräuen — Zeugen eines tiefen Gefühles — dannbückte er sich plötzlich nieder und küßte heftig die runzlige Hand.
Der alte Mann gab einen dumpfen unheimlichen Laut von sich —